Band 
Zehnter Band.
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einbüßte. Er brachte in seiner „Inez de Castro" das erste por-mgiesische Trauerspiel in klassischem Geist auf die Bühne, undzwar zu einer Zeit, wo das moderne Theater vielleicht nurTriffinS Sophoniöbe besaß.

Camoens. 1528—1579.

Die klassische Schule dieser Beiden fand zahlreiche Schüler,aus denen wir nur denjenigen hervorheben wollen, der alleandern weit überflügelte, Luiö de CamoenS. Bei diesemverband stch seit seiner Kindheit die Bewunderung der Geistes-werke des Alterthums mit der der Nationalhelden, und so mußteihm das Streben, diese mit der Kunst jener zu verherrlichen,der größten Anstrengung würdig und als das Ruhmreichste er-scheinen. Aber seine ersten Versuche erregten das MitleidFerreira's. Darauf verliebte er sich in eine Hofdame,Catharina d'Attayda, bis ein in Folge dieser Liebschaftauögcbrochener Streit ihn Lissabon zu verlassen nöthign. Ernahm Dienst gegen die Marokkaner und büßte Hiebei ein Augeein; da jedoch weder seine kriegerische Tüchtigkeit, noch seinpoetisches Talent Anerkennung fand, schiffte er sich mißmuthignach Ostindien ein. Drei Fahrzeuge, welche das seinige zurBedeckung begleiteten, gingen unter; das seinige landete glücklichin Goa, wo er aus Mangel anderweitiger Beschäftigung sichwiederum zum KriegSleben genöthigt sah und sich gegen Cochtnanwerben ließ. Nachdem fast alle seine Waffenbrüder den kli-matischen Einflüssen erlegen waren, kehrte er mittellos nachGoa zurück, um darauf wieder an einer andern Expedition gegendie Seeräuber deö rothen Meeres Theil zu nehmen. SeineNeigung zur Poesie nahm unter diesen Bewegungen einen höher»Schwung und die Liebe zum Vacerlande erglühte in ihm, dermitten auf den Schauplätzen der Größe desselben stand. Abereine Satyre, die er gegen die schlechte Verwaltung der Indierverfaßt hatte, zog ihm von Seite des VizekönigS eine Vcrban.nung nach Macao zu, wo er sich dem traurigen Geschäfte derVerwaltung der Todtengüter unterziehen mußte, bis ihm derWechsel im Vizekönigthum die Rückkehr nach Goa gestattete.Bei der Ueberfahrt litt er Schiffbruch und rettete sich und seinGedicht durch Schwimmen. Darauf der Verschwendung vonStaatsgeldern angeklagt, wurde er in Haft gelegt, woraus ihnnicht einmal seine Rechtfertigung befreite, da seine Gläubiger