Band 
Zehnter Band.
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Handschuhmacher, den William zu einem Fleischerjungcn,Wilddieb, Dorfschulmeister, Schreiber, Winkeladvokaten, Roß.kämm. Gewiß ist, daß der spätere Dichter — der sich in allenGeistessphären und allen Berufsarten zurecht fand, aus allendie treffendsten Bilder wählte und den Commentatoren darum esleicht machte, alle möglichen Annahmen über sein Jugendlebenaus seinen Dichtungen zu beweisen — die Freischule seines Hei.matortcS Slralford am Avon besuchte, wo er eine geringe Schul,bildung erhielt, und daß sein Vater früher Aldcrman war undin seinen Vermögensverhättniffen zurückkam. Die Ueberlieferungweiß viel von den wilden Streichen, dem Leichtsinn des Jung.lings zu erzählen, und wenn dieselben allerdings in der That.fache gewissermaßen eine Bestätigung finden, daß er, erst acht,zehn Jahre alt, eine sehr rasche Heiralh mit der fiebcn Jahreältern Anna Hathaway schloß, die er bald darauf verließ,um sich nach London zu begeben, so gereicht um so mehr ihmzum Ruhme, daß er aus der Schule der Irrthümer als ein ge.läutertcr, edler und weiser Mann hervorgegangen, welchem alleZeitgenossen auch als Menschen den Zoll der Bewunderung dar.brachten. Er verließ seine Heimat, um in dem Literatur, undKunstleben Londons einen ihm zusagenden. Wirkungskreis zufinden. Rebe» dem Bewußtsein oder der Ahnung seiner Be-gabung mochte ihn der Umstand auf das Thcgler hinweisen, daßeine Anzahl seiner nächsten Landsleute hier eine ruhmvolle undlohnende Thätigkeit gefunden, so der Dichter Greene und derPhönix des englischen Theaters, Richard Burbadge. Der.selbe leitete daS BlackfriarS. Theater, als Shakspeare nachLondon kam, und zwei Jahre darauf (1589) erscheint dieserbereits als dessen Mircigenthümer. Er nahm offenbar von vorne,herein einen gewaltigen Anlauf und wurde dabei auch äußerlichvom Glück begünstigt. Seine litcrarischen Beschäftigungen, seinepersönlichen Verbindungen, die Hcrzcnöergießungen seiner So.nette zeigen ihn bereits in den ersten Jahren des LondonerAufenthalts in Verbindung mit den schöngeistigen und vor.nehmen Kreisen der Hauptstadt, in künstlerischer Beziehung nochdem Modegeschmack huldigend, um Bekanntschaft mit Großenbemüht, wohl keineswegs frei von dem aristokratischen Zuge dermeisten Künstlernaturen. Seine Erstlingsrede, die erzählendenGedichte „Venus und AdoniS" und „Lucrezia" liefern hiefürAnhaltpunkte und Belege. Auf der Bühne — in jener Zeit, wo