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Schauspielkunst und Dichtung noch nicht getrennt waren, er.schien häufig der Dichter und Schauspieler in einer Person ver.einigt — übernahm er, wie eS scheint, meist kleinere aber be.deutsame Rollen, wie die deS Geistes im „Hamlet", die fürseine beste Leistung galt. Doch scheint die ganze Beschäftigung,namentlich wohl die zweideutige gesellige Stellung der Schau-spieler, seinem durchaus vornehmen und hochstnntgen Wesenwiderstanden zu haben. Schon um 1004 zog er sich von dereigentlichen Bühne zurück und lebte als Miteigenthümer desTheaters und als Dichter in gutgeordneten ökonomischen Ver.häliniffen abwechselnd in London und Stratsord, wo er, nach.dem er 1614 den andern Aufenthalt gänzlich aufgegeben, schonam 23. April 1616, muthmaßlich an seinem 52. Geburtötage starb.Zwischen 1589 und 1613, also in 24 Jahren, hatte er 36 Stückegeschaffen, von denen auch vier Ueberarbeitungen zu nennen sind.Schon um 1590 erregten seine dramatischen Arbeiten, damalsnoch auf Bearbeitungen älterer Stücke beschränkt, die EifersuchtGreene'S. „Seht, schreibt er, die da mit unsern Federn ge.schmückte Krähe, die mit dem prahlt, was sie uns entriß. Unterder Narren- und Liebhabcrkappe besitzt er das Herz eines Tigers.Er traut sich sv viel tragische Kraft zu, als nur einer der Bestenunter unS besitzt, er ist ein wahres Faktotum, er glaubt dieganze Bühne aus den Angeln heben und eine neue Epoche begin-nen zu können." Spricht schon dieser Angriff eines Meisters derKunst für den Jünger, so ist noch charakteristischer das Urtheildcö gelehrten Kritikers Thomas Nash über seine Erstlings,arbeiten, die erzählenden Gedichte: „Ich würde sein Talent weithöher schätzen, wenn ich nicht wüßte, daß er Schauspiele nurschrieb, um zu leben. Seine Schauspiele haben seinem Ruhmmehr geschadet alS genützt... . Wie herrlich sind dagegen seineandern Dichtungen: Venus und AdoniS, Targutn und Lucrezia,selbst seine Sonette, die so einfach, so sinnig geschrieben undseinem Freunde Southampton gewidmet sind. ES gibt in ganzLondon kein Weib von Bildung, die „Venus und AdoniS" nichtbesäße. In diesen Dichtungen weht der Geist Petrarca's. AlleGedanken in ihnen sind schön und lieblich; kein gewöhnlicherAusdruck findet sich darin; aus der Feder, welcher „VenuS undAdoniS" entströmte, stoß Milch und Honig. — Hätte S hak.speare stets in der Manier der Italiener gedichtet, er wäreeiner unserer größten Dichter geworden, größer noch alS Daniel,
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