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als im Thcwrdank. Das Werk wurde durch Holzschnitte desberühmten Burgkmayer verschönt.
Zoh. Fischart.
DaS Vcrderbniß in der Kirche hatte längst zur Satyrc auf-gefordert. Schon seit einigen Jahrhunderten hatte man sich anden Pfaffenschwänken ergötzt. Aber die Harmlosigkeit des Spot-tes wurde nach und nach vergiftet durch lauernden ingrimmigenHaß, der bald in juvenalischer Entrüstung, bald in lucianischerFrivolität der Kirche einen unversöhnlichen Haß ankündigte.Wir haben gesehen, daß hierin in Italien, gleichsam unter denAugen Romö, der Ton angegeben wurde. In Deutschland, wobald eine förmliche „grobianische" Literatur entstand, sind aufdem Gebiete der Satyrc die bedeutendsten Namen Fischart,Murncr, Hütten. Der Erstere — genannt Mentzcr,gestorben 1581 als Sladtschreiber in Srraßburg der als Sa-tyriker weit über dem Franzosen Rabelais steht, welchen erin seinem Hauptwerke „Gargantua" benutzte, ist zwar von derhöchsten Bedeutung für die Literatur- und Kulturgeschichte deS16. Jahrhunderts, weil er eine unerschöpfliche Fundgrube ist fürAlles, waS in Sitte und Sprache, in Liebe und Haß, in Anek-dote und Sprüchwort, in Gesang und Lied damals noch im deut-schen Volke vorhanden war; aber noch entschiedener, als dies inden neueren Bearbeitungen deS Thierepos der Fall, pflanzt erdie Parteifahnc der hitzigen und verbissenen Befangenheit undsatyrischen Bosheit wider das ganze Bestehen der Kirche auf undträgt daher eine große Schuld an der jetzt hereinbrechendenVerwilderung unserer Literatur, eine Schuld, welche die That-sache, daß wir an ihm wohl den größten Satyriker der neuernZeit besitzen, allerdings nicht aufzuwiegen vermag. Der voll-ständige Titel von Fischarts Hauptschrift lautet: „AffentheurlichNaupengeheurliche Gcschichtklittcrung von Thaten und Rhatender von kurtzcn langen weilen Vollen wolbeschrciben Helden vndHerren Grandgusier, Gargantua vnd Pantagruel u. s. f. — Et.wann von M. Rabelais Französisch entworfen, nun aber ober-schrecklich lustig um einen teutschen Model vergossen u. s. f. DurchHuldreich Elloposkleron (1575)." Dieser Titel bezeichnet Fi.schartS Weise und Kunst, in seltsamen Wörtern und wunder-lichcn Wortfügungen und Wortgebilden, „die wunderlich kraba-tisch in die Ohren lauten", den Leser zu wecken und zu spannen,