Band 
Zehnter Band.
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andererseits den Frieden eines frommen/ göttlichen Gemüthsdarstellt, hat mehr eine erbauliche Richtung, als eine wissen-schaftliche; ebenso das unvollendete Buch „von dem heiligen Ge-bete", das eine Anleitung zum wahren Beten gibt, und einigeGebete enthält. — Unter dieser schriftstellerischen Thätigkeit er-fuhr Böhme verschiedene Schicksale. Seine Heimath versagteihre Anerkennung. Der alte Gegner in Görliy schmähte undlästerte fort und fort. ES kam sogar einmal so weit, daß Böh m edie Stadt verlassen mußte; er durfte indeß bald wieder zurück,kehren. Allein während die Mitbürger, um das alte Wort zuerfüllen, ihn Nichts gelten ließen, schenkte ihm eine große An.zahl Auswärtiger ihre Hochachtung und Freundschaft. Es warendies meist Gegebne, Gebildete, Aerzte, Geistliche, Edelleute...Mit Leuten aus dem niedern Volke befreundete er sich weniger;absichtlich, wie eS scheint, weil Verbindungen der Art zumSektenwescn, das er von ganzem Herzen haßte, hätten führenkönnen. — Unter Anerkennung und Verkcnnung endlich müdegeworden, schloß er im November 1624 sein Leben, diesen schö-nen, erhebenden Beweis, daß wahre, die ewigen Urbilder ver-ehrende Geisteskraft das feindliche, Schicksal zu preiswerthenZugeständnissen zwingen kann. — Böhme wurde von seinemFreunde Balth. Walther plulosojitms teutvnieus genannt.Er war der Art, daß ihm der Name eines tiefen und einesdeutschen Denkers gebührt."

Eine eigenthümlich.schöpferische Kraft zeichnet ihn in hohemGrade aus. Er hat Manches aus der heil. Schrift und andernBüchern sich angeeignet, aber die Hauptgedanken seines Lehr.gebäudes, die Grundsteine, auf denen eS ruht, die Säulen, vondenen es getragen wird, hat er aus den reichen Schachten seinesGeistes ohne Unterweisung der Schule zu Tage gefördert...Es geben sich Diejenigen eine Blöße, welche ihn als Schwärmerbezeichnen, und man muß ihnen den Rath ertheilen, über diesengewaltigen Geist, wie Hegel ihn nennt, fernerhin stille zusein, damit nicht das Mitleid der Kundigen zu sehr in Anspruchgenommen wird ... Wenn ihm vermöge dieser Vorzüge derName eines großen Denkers gebührt, so gebührt ihm der Nameeines ächt deutschen Denkers, wegen des Tugendernsteö, der injedem seiner Worte sichtbar ist, und der hohen Frömmigkeit, diemit heiliger Gewalt durch sein ganzes Leben zog. Er strebtenach Wahrheit, weil er glaubte, es sei Forderung der Sittlich.