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In die Geschichte dieses Prozesses gewährt ungetrübten Ein.blick die aus 31 Briefen, geschrieben vom 15. August 1632 biszum 3. Dezember 1633/ bestehende Korrespondenz zwischen dem
Wesen ist. Denn ich kann nicht umhin zu bedenken, daß die Früchtemeiner vieljährigen Studien und Anstrengungen, welche ehedem meinemNamen einen nichi schlimmen Klang bei den Gelehrten der ganzenWelt verliehen, jetzt in Anschuldigungen meines guten Rufes sich ver-wandelt haben, indem sie meinen Widersachern Grund geben, gegenmeine Freunde auszustehen und nicht etwa meinem Lob, sondern meinerRechtfertigung den Mund zu schließen durch den Einwurf, daß ich amEnde eine Vorladung der Inquisition verdient habe; ein Verfahren,welches nur gegen solche angewandt wird, die sich schwerer Sündenschuldig gemacht haben. Dies betrübt mich so, daß ich die Zeit ver-wünsche, welche ich auf diese Studien verwandt, durch die ich mich überden täglich betretenen Pfad der Wissenschaft einigermaßen erhebe» zukönnen wünschte und hoffte. Ich bereue nicht nur, der Welt einen Theilmeiner Arbeiten mitgetheilt zu haben, sondern verspüre Lust, das mirin Händen Gebliebene zu unterdrücken und den Flammen zu übergebenund so ganz die Wünsche meiner Feinde zu erfüllen, denen meine Ge-danken so sehr zur Last sind. — Dieses, Eminenz, ist die Betrübniß,welche mich ohne Rast verfolgt, welche, da sie die Last von siebenzigZähren und manchen körperlichen Leiden noch durch beständige Schlaf-losigkeit vermehrt, mich beim Antritt einer langen und durch besondereUmstände beschwerlichen Reise vergewissert, daß ich nicht lebend das Zielerreichen werde. Von dem uns Allen innewohnenden Verlangen derSclbsterhaltung gedrängt, habe ich daher gewagt, die Verwendung Ew.Eminenz anzurufen, ermmhigt durch die unaussprechliche Güte, welcheZeder und ich selbst durch öftere Erfahrung erprobt. Ich bitte Sie also,mir die Gnade zu erzeigen, diesen weisen Barern meinen gegenwärtigenbedauernswertsten Zustand Vorzustellen, nicht zu dein Zwecke, einer Rech-nungslegung über meine Handlungen zu entgehen, welche ich im Gegen-theil sehnlich wünsche, da ich überzeugt bin, dabei nur gewinnen zukönnen: sondern blos damit das Gehorsamen mir erleichtert und mirVertrauen geschenkt werde. Der Weisheit der ehrwürdigen HH. Kar-dinäle wird es nicht an Mitteln fehlen, auch durch Güte ihren Zweckzu erreichen. Mir schweben in diesem Augenblick zwei Wege vor. Dereine ist, daß ich bereit bin, mit dem genauesten Detail und der größtenGewissenhaftigkeit den ganzen Zusammenhang der von mir seit demTage, wo der Streit über das Buch des Copernicus und sein erneuertesSystem begann, gesagten, geschriebenen und gewirkten Dinge schriftlichauszusetzen, worin ich so gewiß bin, die Aufrichtigkeit meiner Gesinnungund meine reine und eifrige Zuneigung znr heil. Kirche und ihremobersten Lenker an den Tag zu legen, daß Niemand, der leidenschaftslos