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nachdem Galilei sich seit zwei Tagen wieder im Inquisition-?,gebäude befand. In dem Urtheil heißt es: „Wir verdammendich zum förmlichen Gefängniß (cnreero formale) dieses hei!.OfficiumS, auf so lange Zeit rS uns gefallen wird." Auch indem Precerto von 1616 war die Drohung hinzugefügt, daß er.im Falle der Uebertrelung, werde in's Gefängniß gesetzt werden,Allein dennoch hat Galilei weder vor noch nach seiner Verur.«Heilung eine eigentliche und förmliche Gefängnißstrafe, geschweigedenn die Tortur oder irgend eine körperliche Mißhandlung er.litten*). So lange er in Rom verweilte, wohnte er wiederum
*) Die dieß behaupten, stützen sich auf die Worte des Verurtheilungs-dekrets, welche sich auf die von ihm geforderte Erklärung über diewahre Intention, nicht den Wortlaut der Dialoge beziehen. „Da unsaber schien, heißt es darin, als habest du in Betreff deiner Absicht nichtdie ganze Wahrheit gesagt... so haben wir nöthig erachtet, zur stren-gen Untersuchung zu schreiten, in welcher du katholisch geantwortet hast(6um vorn nobis vitieretur, »an osss a. tv intexram veritatom xro-nuntintLM oiron tnam intoiitionom ... suäicuvimns nooosse esse ve-rirre »ck vxamen rixorosuin tui in guo rosponämti eatlrolioe)." DaSEramen rigorosun, soll, nach dem Jnquisikions-Vocabular, nichts an-ders als die Tortur sein. Die Behauptung war aber nur so langeaufrecht zu erhalten, als die Prozeßakten nicht zugänglich waren. Die-selben befanden sich zur napvleonischeu Zeit in Paris in den HändenDelambre's. des Geschichtschreibers der neuern Astronomie. Die-selben gelangten in den letzten Jahren Gregor'S XVI. wieder nach Romund Pius IX. ließ sie neuerdings im vaticanischen Archiv niederlegen.Marini. der Präfekt dieses Archivs, welcher bei seiner Anwesenheit inParis als geistlicher Kommissär die Akien trotz aller Verwendung nichtwieder zu erlangen vermochte, bezeugt, daß die Akten des Original-prozesses, wornach er sein schon zitirtes Werk bearbeitete, vollständigsind. Bon Tortur ist aber nicht eine Spur darin. — Uuv es warauch, bemerkt Reumont a. a. O-, von vornherein so wenig Grunddaran zu glauben — die rücksichtsvolle Behandlung des Verhaftete» undseine Rüstigkeit nach Beendigung des Prozesses sprechen so entschiedendagegen — daß diejenigen, welche eS sich zur Aufgabe mochten, dieInquisition anzuklagen, zu einer Fiktion ihre Zuflucht nahmen. Es istwahr, daß die ganze Sache in einen geheimnißvollen Schleier gehülltward und keiner von Galilei's Freunden, aus Furcht vor dem entsetz-lichen Tribunal, das seine Arme nach allen Seiten im Dunkel aus-streckte, darüber auch nur zu reden wagte: aber nach Frankreich, nacbHolland und Deutschland, wo man an dem großen Philosophen sowarmen Antheil nahm, hätte doch etwas davon gelangen müssen. Ga-lilei selbst hat über die Vorgänge während der Untersuchung Nichts ge-