Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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liche zu zerstören , oder, wie sich seine ersten Mitverschwor,nen d'Alembm, Diderot und Damilaville späterhin auS-drükten, in geistigen Dingen alles fogenaunteIochfremder Autorität abzuwerfen, der gestalt daßjeder Mensch nur allein seine eigene Ver-nunft über sich haben solle, rsi Zwar ist diesesUnternehmen seiner Natur nach eben so wahnsinnig undunmöglich/ alS eS unmöglich ist zu bewirken, daß es aufder Welt weder Herren noch Diener gebe, daß in physi-schen Bedürfnissen keiner den anderen nöthig habe, son-dern alle Menschen gleich frey und unabhängig seyen. DieIdee in geistigen (wissenschaftlichen) Dingen alle Men-schen von fremder Autorität unabhängig zu machen, seztvoraus, daß jeder eine solche Geistes-Ueberlegeuheit, sotnannigfaltige Kenntnisse und so durchdringenden Scharf-sinn besize, daß er keiner fremden Anleitung mehr bedarf,alles aus Gründen einsieht und sich selbst Autorität ist: eineintelleetuelle Unabhängigkeit und Geistes-Majestät,die noch ungleich seltener ist als die weltliche, die zwar

39) Wären die Herren konsequent gewesen, so hätten sie dieseseltsame Idee auch auf alle anderen Wissenschaften undKünste anwende» müßen. Allein gleichwie sie in weltlichenDingen einstweilen nur die höchste und oberste Autoritätbekämpften, die untergeordneten Privat-Herrschaften vorderHand noch allergnädigst stehen ließe»: so beschränkten siesich auch in geistigen Dingen jeden Mensch nur in der Re-ligion als der Königin aller Wissenschaften von allem Glau-ben unabhängig machen zu wollen. Es war noch gnädigvon ihnen, daß sie nicht auch behaupteten, es solle jederMensch auch in der Medizin, der Mathematik, der Chymie,der Geschichte, der Baukunst u, s. w. nur seine eigene Der-«unft über sich haben und niemand mehr glauben dürfen,der die Sache besser als er versteht.