SQO
Daß aber alle diese und noch mehrere Gewaltthätigkei-ten stets mit den Principien deS philosophisch genanntenStaacö - Rechts beschöniget wurden, daß man sie dem Kay-ser Joseph selbst eingepfropft hatte, beweisen verschiedeneseiner Edikte, die in einem Styl abgefaßt sind, daß mansich über die französische Revolution nicht mehr verwunde-re« muß. In einem berüchtigten Hand - Billet von, Jahre4783 wo unter anderem der Kayser seine Beamten wieLastvieh behandelt, ihnen keine Ruhe, keine Unterhaltunggönnt und sich beyläufig äußert, daß es gleichgültig sey,vb die Geschäfte in Stiefeln oder nicht, gekämmt oder un-gekämmt geschehen, I90) werden unter anderem die Grund-säze aufgestellt: »Das Gute sey nur eines, nemlich wasder größeren Zahl nüze. DaS Beste des große-ren Haufens übertreffe das jedes Partikülicrs und selbstdes Landes Fürsten." Alle Provinzen der Monarchieseyen eins, die Kayferlichen Einkünfte nur Con-tributionen der Bürger. BeyAnlaßder sogenann»ten Steur-Regulirung, deren Ungerechtigkeit man sichnicht verbergen konnte, kamen ähnliche Phrasen zum Vor-schein. Um den Beschwerden zu begegnen, welche dar-über von den Herrschaften geführt wurden, hieß es: „ die«Obrigkeiten seyen nicht vor den Unterthanen gewesen,
190) Siehe da den Keim des späteren französischen Sans-külotismus. Ist es auch gleichgültig für das Ansehen sol-cher Beamten und f<r ihr eigenes Ehrgefühl?
*91) Ein Klumpe, mit dem die Philosophen ohne Rüksicht aufverschiedene Privat-Rechte nach Willkübr sollen schaltenund walten können. Das ist der Sinn dieser Uniformitäts-Phrascn.
w) Die ganze Geschichte beweiset zwar ohn« Ansnahm das