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Was ist endlich freyer als die Wahlen und die V er-tröge der Menschen? Allein da» Gefej behauptet selbstLa seine Herrschaft wo immer der menschliche Wille hinzu-kömmt, wo gemeinsame Macht oder Gewalt an einen odermehrere anvertraut und übertragen werden muß. Vonden Bündnissen und Frieden--Traktaten der größten Po,rentaten bis zu den gemeinen Kauft- Dienst. undMieths-Verträgen der geringsten Privat-Personen herab: schreibtnicht immer der Mächtigere die Bedingungen vor, ohnedaß ihm weder Unrecht noch Gewalt vorgeworfen werdenkann, und muß sich nicht der Schwächere diese Bedingun-gen in eben dem Maaße gefallen lassen als er bedürftigerist ? Warum sind alle Verträge der Armen und Schwachen,auch wenn man sie noch so liebreich behandelt, für sie im-mer nachthcilig und beschwerlich, als weil sie viel bedürfenund außer ihrem Leib und ihrer körperlichen Arbeit beynahe«ichtö anzubieten haben? Warum eontrahirt man hinge-gen immer leichter und vortheilhafter in eben dem Maaßeals man mächtiger wird, verschiedenartig zu nüzen ver-mag und anderer entbehren kann? Oder meynet Ihr etwa,daß doch in Republiken nicht der Mächtigere herrsche undhier daS Gefez der Natur bezwungen werden könne? Aberbetrachtet alle Genossenschaften, alle Republiken von derniedrigsten Dorfgemeinde bis zu dem weltbeherrschendenRom hinauf: und Ihr werdet ohne Ausnahme finden, daßüberall gerade die Großen und Vornehmsten, die Reich-sten , Angesehensten, Berühmtesten, die Ersten unter ihreSgleichen, mitbin wieder die Mächtigeren vorzugsweisevor anderen an die Spize gestellt werden. Obfchon dieAthemenser vermöge eine» Geseze» des Aristides aus allenClassen Magistraten nehmen konnten, so beschränkten siesich doch immer nur auf die Edelsten und Vornehmsten,und wiewohl in Rom die Bürgerschaft da» Recht erkämpft