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weiß waschen könnte ? Ihr wollet, baß kein Mensch blosLem Willen des andern unterworfen sey, keiner sein Rechtzur Freyheit auf ewig veräußern könne: und siehe in derganzen Welt dient auch nicht einer als um Bedürfnissenabzuhelfen, mithin seines eigenen Vortheils wegen, «ndmit dem Bedürfniß hört auch die Abhängigkeit auf. Esist eigentlich nicht der Mensch der über Euch herrschet,sondern die Macht die ihm gegeben ist, die Kraft der Na-tur, über die er zu Euerem Nuzen und Schaden gebietenkann, die er aber nur zu ersterem gebrauchen soll. Undwenn Ihr also die Sache genau und philosophisch betrach-tet: so ist und bleibet Gott der einzige Herr, theils alsSchöpfer, theils als Gesezgeber und Regulator aller un-ter die Menschen vertheilter Macht. Ihr wollet end-lich, daß den Talenten und Fähigkeiten ein unendlicherSpielraum eröfnet sey, daß jeder durch Tugenden undVerdienste weit emporkommen könne: aber wo ist dannLaS enge Ziel welches den menschlichen Kräften gestekkwäre, die sogenannte eherne ScheidungS-Mauer die Ihrin Euerem Gehirn erschaffen habet und die nirgends exi-stirt? Die Rechte die einem andern gebühren, die Glüks-güter die ein anderer besizt: auf die kann man freylichdurch keine Talente rechtlichen Anspruch machen. ManLarf nicht die Macht eines andern rauben um an feinem
58) Homo hominis dominus non est, sed mors et vita, vo-luptas et dolor. Non absque his adduc mihi Cassaremet videbis quam sim constans. Epictet. ©0 ist k« auch
äußerst merkwürdig und tief philosophisch/ daß die Ver-fasser der h. Schrift immerhin Gott den einzigen Her-ren nennen. Die übrigen haben die Macht, wodurch sieherrschen und da« Gesez, nach welchrm sie herrschen sollen,doch nur von ihm.