Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
JPEG-Download
 

ZZ9

mehr zu kenuzen verstünde, wenn man das wahre Gest;tiefer und lebendiger dem Gemüth der Menschen einzu-pflanzen, nicht aber durch falsche Lehren zu erstikcn oderauszurotten suchte. Denn die Kraft der Wahrheit, reinund nachdrüklich vorgetragen/ allgemein verbreitet/ ist un-widerstehlich , sie ist gewissermaßen allmächtig wie ihr Ur-heber. Daß die eigene Erfüllung der Gerechtigkeit unddes Wohlwollens gegen andere Menschen und zumal ge-gen Mächtigere das beßte Mittel sey/ um stch vor ihrenFeindseligkeiten und Beleidigungen zu schüzen/ verstehtstch zwar von selbst ; man vermeidet dadurch eine Mengevon Collisione«, benimmt der Ungerechtigkeit allen Reiz,alle Veranlassung und gute wie böse Gesinnungen auf dereinen Seite bringen gewöhnlich auch Reziprozität auf deranderen hervor; gleiches wird gern mit gleichem vergolten.Aber freylich reicht dieses allein nicht hin, es muß dasnatürliche Gesez und seine heilige Verbindlichkeit auch al-len anderen eingeschärft, ohn Unterlaß geprediget undangerufen, auf die Quellen des Unrechts, den Willenselbst gearbeitet werden. Geschieht dieses bey allen Gele-genheiten, durch alle Vehikel, durch den einstimmigenMund aller Gelehrten, mit der Autorität angesehener geist-licher Corporatione«, wie z. B. ehmalS der christlichenKirche oder berühmter Unterrichts-Anstalten: so wirdsolche Regel nach und nach zu einem Heiligrhum daS nie-mand anzutasten wagt, ja beynahe nicht einmal verlezenkann. Daher es auch so wichtig ist, daß wahre und

i) Hierüber ließen sich interessante Beweise au« der Geschichteliefern. Wie berrschend z. B. wie heilig cbmal« gewisseRegeln und Geseze waren, weil sie mit der Religion allenKindern eingepflanzt, durch alle Debitel verbreitet wurden,ihre mächtige Organe hatten. Wie viel hat nicht die allge-meine Kenntniß de« deutschen StaatS.recht« zur lange» !Cr-

r