rechte Selbsthülfe ist nicht nur nach göttlichen und mensch-liehen Gesezen, nach Vernunft und Erfahrung erlaubt,rum Schuz der Gerechten nothwendig und nüzlich: sie istsogar gewissermassen Pflicht und wurde zu allen Zeitenmit Recht als eine Tugend anerkannt / eben deßwegen weilsie die Herrschaft des göttlichen GefezeS handhabet undbefördert. Wer sich nicht vorerst möglichst selbst zu hel«fen sucht, der verdient sogar nicht daß ihm geholfen wer-de, wer BöseS hinderen kann und es nicht thut, der istgleich anzusehen als ob er es billigte und zu dem Unglükdes erlittenen Schadenö kömmt noch die Schande derFeigheit oder der Unbehülflichkeit hinzu. Schon imgemeinen Leben bey Kinderen und Erwachsenen verachtetman diejenigen, welche sich niemalen selbst zu helfen wis-sen, sondern über jede Kleinigkeit andere mit Klagen undHülfsanrufung belästigen. Wie soll der mit der Zeit an-dere schüzen können oder wollen, der sich selbst nie zu schü-ren weiß. 18 > Und daß auch diese Pflicht von den Für-sten und Obrigkeiten häufig anerkannt und eingeschärft,folglich im geselligen oder sogenannt bürgerlichen Zustandnicht aufgehoben worden sey: beweisen die vielen Gefezeälterer und neuerer Staaten, welche sogar Strafen gegen
*7) Q ai noa peccare cum possit, jubet. Seneca . Eos
qui male agentes prohibere possent neque id facerent,eorum flagitiis assentire, sagte Cato. «Qui se cum de-«fendere possit, occidi permittit, ille damnari potest«non aliter ac si seipsum occidisset. Pufendorf Rectum«et necessarium vindicare injuriam, quippe ad occisi« calamitatem etiam infamia timiditatis accedit. “ Hero-dianns.
18 ) Ephori Sciraphidam quendam multarunt quod multi ip-sum injuria afficerent. Plutarchus, Instit. Lacon, f, Pu-fendorf, L. II. c. V. $. r»