Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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spricht, obgleich in beyden Fällen die nemliche Kek-bindlichkeit besteht. Und ist gleich die fremde Hülfleistungihrer Natur nach ein ungewisses, oft zu langsames undselten vollständiges Sicherheits-Mittel; so könnte ste dochunendlich viel nüzen und zur Handhabung der Gerechtig-keit beytragen, wenn die Menschen sich unter einandermehr liebten, wenn ihr Herz für die Beleidigung anderereben so lies und lebendig als für eigene fühlte. lS ' wenn dieDiener treu und eifrig, gleich berechtigte Nebenmenfchen(Nachbaren) freundschaftlich und mitleidend, Höhereliebreich und thätig, alle aber gewissenhaft wären, wenninsbesondere die gerichtliche Hülfe der Oberen als derjeni-gen die am meisten helfen können, nicht durch eine»Schwall lästiger, das wahre Recht erstikender positiver Ge°seze, durch allzuviele Formen, Termine und Schreibe-reyen illusorisch gemacht und oft zu einer neuen Calamitätwürde. Leistet aber auch diese nicht waö sie könnte undsollte: so bleibt uns noch die Hülfe der Diener und Freundeübrig; ganz hülflos wird uns die Natur niemalen lassen.

Das vierte und lezte natürliche Mittel wider den Miß-brauch der Gewalt ist die Flucht oder die Trennungwodurch man sich der Macht und ihrem nüzlichen wie ih-rem schädlichen Einflüsse entzieht. Sie ist eben auch eineArt von Selbsthülfe, und auch sie hat die Natur nicht unkden Menschen, sondern allen Thieren gelehrt. So kannauch die wohlthätige Sonne bisweilen beschwerlich wer-den, wir können ihre Gewalt nicht aufheben noch besie-gen, aber niemanden ist verboten sich an den Schatten z»begeben, d. h. an einen Ort wo ihre Macht nicht hin-

s6) Solon interrogatus quomodo quam paucissima inter homi-*nes injuria sint exsti tura, respondit: Si perinde cum Iassiidoleant qui non lassi fuerunt* Diog, Laerti in Sutoiiet