Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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indem die Mächtigeren nur durch sie in den Schranken desRechts gehalten werden können, da es hingegen möglichist die Schwächeren, wenigstens großentheils, durch Furchtund Straf zur Erfüllung ihrer Pflicht zu zwingen. Undwenn die Religion, die heilige Ehrfurcht oder besser nochdie Liebe Gottes und seiner Geseze nur für eine Classe vonMenschen bestimmt wäre, alldieweil sie allen ohne Aus-nahm nothwendig ist: so würde man für das Glük der Na-tionen eher wünschen müssen, daß sie gerade bey den Gros-sen und Mächtigen herrschend seyn möchte / damit sie vonjeder Ungerechtigkeit zurükgeschrekt, die Macht in ihrenHänden zu einem Werkzeug des Guten und nicht deö Bö-sen gebrauchen.

Damit glauben wir also die natürlichen Mittel gegenden Mißbrauch der Gewalt hinlänglich geoffenbaret zu ha-ben. Sie wären für die Beruhigung und das Glük derWelt mehr als zureichend, wenn die Menschen sie nur ge-brauchen wollten oder zu gebrauchen wüßten. Die Hülsvon Obern oder die sogenannte Gerichtsbarkeit abgerech-net, sind sie die nemlichen gegen Hohe und Niedere, gegenMächtige und Schwache, nur daß bald dieses bald jenesMittel klüger oder leichter anzuwenden und z. B. der Wi-derstand nicht immer möglich oder nicht zureichend ist.Außerdem hat es aber die Natur mit weiser Güte also ge-ordnet, daß mitzunehmender Macht und natürlicher Ue-berlegenheit sich auch die Reize und die Veranlassung zumUnrecht mindern. Deßwegen wollen wir freylich nichtbehaupten, daß von den Mächtigen und Mächtigsten garkeine Ungerechtigkeit geschehe oder geschehen könne; wird

;i) S, oben S- 36 » — 37>«