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Unterthanen ihn je an Gütern oder Einkünften über-treffen und ihm dadurch gefährlich werden könnten, hater bey einer auch nur mittelmäßig guten Oekonomie nichtzu befürchten. Wenn man in der Geschichte Beyspielevon großen Vasallen sah, die durch eigne Macht ihremHerren überlegen wurden und dadurch sich selbst zur Un-abhängigkeit emporschwangen: so geschah solches wegen-er Verschwendung der Könige, oder wegen andern poli-tischen Fehlern, und durch ganz besondere Zufälle. Die-ser Fall ist aber außerordentlich selten; das menschlicheLeben ist zu kurz um so große Privat-Reichthümer zusammeln, der Reiz des Genusses zu stark, und die Thei-lungen stellen immer das Gleichgewicht wieder her. Auchgiebt es mancherley erlaubte Mittel dergleichen stark be-güterte Unterthanen durch Titel und Standes-Erhöhun-gen , durch hohe vielen Aufwand veranlassende Ehrenstel-len u. f. w. zu mehreren Ausgaben anzureizen und so derwachsenden Uebermacht zuvorzukommen. Eher noch scheintes, daß jene Gefahr von mächtigen Corporatione uzu besorgen wäre, alö die nicht auSsterben, ihr Vermö-gen niemalen theilen und auch viel weniger Bedürfnissehaben. So hat man z. B. der römisch-katholische»Kirche vorgeworfen, daß ste durch ihren Reichthum nachund nach alle weltlichen Staaten verschlungen hätte, wennnicht ihrem ferneren Güter-Erwerb ein Ziel gestekt wor-den wäre. Allein diese Güter gehörten nicht einem einzi-gen Menschen der darüber nach seiner Willkühr hätte dispo-«iren können, ste waren unter viele tausend verschiedenegemeinnüzige Institute vertheilt, welche keine Truppenunterhielten; man har nicht gehört, daß die Kirche irgendeinen rechtmäßigen Fürsten vom Thron gestürzt hätte, undzu Vermeidung dieser Gefahr wären weder Reformatio-nen noch Sekularisarionen nöthig gewesen. Im Mittel-