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Die erste dieser Regeln oder vorläufigen Bedingungenist offener Krieg und Sieg. Denn solch' innereoder sogenannt bürgerliche Kriege stnd gar nicht immerdas größte aller Uebel, wie man uns in neueren Zeitenhat vorgeben wollen. Vielmehr ist auch hier der Krieg oftdas schnellste ja daö einzige Mittel zum Frieden; und einbeständiger Zustand geheimer Feindseligkeiten und wechsel-seitiger Erbitterung ist zehnmal ärger alö offener Krieg,der doch wieder zu einem Vergleiche und zur Versöhnungführt. Solche Kriege sind in der That für die Staatenwas das Fieber in der Natur des einzelnen Menschen.Nicht der Kampf selbst, sondern die vor demselben rxisti-rende Zwcytracht, die gestörte Gerechtigkeit, die Entfrem-dung der Gemüther, ist das wahre Uebel, die eigentlicheKrankheit, welche dem Staat, d. h. der Unabhängigkeitdes Fürsten oder dem gemeinsamen Verband den Unter-gang droht. Der Krieg aber, wie das Fieber sucht diesenverderblichen Krankheitsstoff, diese schädlichen, lebenSzer-störenden Potenzen mit Gewalt aus dem Körper wegzu-schaffen. Zwar kann ein Fürst in diesem Kamps unterlie-gen , wenn er entweder nicht mehr Kräfte genug hat oderdiese Kräfte nicht gehörig zu gebrauchen weiß; aber ge»wöhnlicher Weise ist er das wahre RettungS-Mittel undohne denselben würde der Staat noch viel eher zu Grundegegangen seyn. Es ist daher sehr unrichtig gesprochenund führt ungleich größere Leiden herbey, wenn man,nach Art der neueren Philosophen, einen inneren oder so-genannt bürgerlichen Krieg unbedingt alö das größtealler erdenklichen Uebel auügiebt, und eher alles andere zudulden befiehlt. Auch haben sie bekanntermassen diese phi-lantropisch seyn sollende Maxime nur deßwegen gepredi-ger, damit man keinen Krieg gegen sie führe, ihnen keinenWiderstand entgegcnseze, sondern sie ungestört alle ihre