anwesenden überlassen haben. Aber in den wichtigstenAngelegenheiten, von denen die Existenz der Republik ab-hängt , oder wo Leidenschaften und Interessen ins Spielkommen: da ist diese Präsumtion nicht allemal richtig.Gelingt es in solchen Fällen der besiegten Minorität durchUeberredung und bessere Gründe nur einige Mitgliederder Majorität auf ihre Seite zu bringen, oder andereHerbeyzurufen die zu dem Beschlusse nicht mitgestimmt hat-ten, so ist die Ucberlegenheit auf ihrer Seite; was ineiner früheren Versammlung beschlossen worden, wird ineiner späteren über den Haufen geworfen ; es entsteht inden Verhandlungen der Republik ein schwankendes We-scn ohne Einheit, ohne Conftquenz, ohne Nachdruk, woheute dieses morgen das Gegentheil erkennt wird, jenachdem zufälliger Weift zwey oder drey Mitglieder mehroder weniger abwesend oder anwesend sind, oder dieMenge von Consonante« sich durch den persönlichen Ein-fluß dieses oder jenes mächtigen Parteyhauptes hinreißenläßt. Ein solcher Zustand der Dinge, den man oft inverdorbnen Republiken sieht, ist aber der gewisse Vorboteihres nahen Untergangs. Zudem ist es auch nöthig undrechtlich für gewisse wichtige Gegenstände eine höhere Ma-jorität festzuftzen, um dem Mißbrauch kleiner oder zstungewohnter Zeit angesagter Versammlungen, übereiltenBerathschlagungen u. s. w. vorzubeugen, deren Beschlüssezwar die absolute Mehrheit aller Anwesenden für sichhaben, aber hingegen der größeren Mehrheit frühererVersammlungen, oder dem präsumirten vernünftigen Wil-len aller Abwesenden offenbar widersprechen würden.Daher pflegen auch alle klugen Republiken und selbstviele Privat. Communitäten für die Reeeptionenneuer Mitglieder, deren Annahme den meisten gleich.
Schliessen