reicht, sondern in dir Folge, je nach den sich zeigtudettBedürfnissen bald vervollständiget, erläutert und oft sogarAbgeändert werde« muß. Gewöhnlich aber ist die Com.wunität dMch die Natur der Umstände oder durch dieMacht eines früheren Herren bereits vorhanden, bevorihre nähere Organisation berathschlaget und entschiedenwird. Auch ist es gar nicht nöthig, daß diese Constitu»eionS. Geseze auf einmal gemacht Werden; ste könneneben so gut in einem Aggregat verschiedener, bey eintri»tendem Bedürfniß gemachter Vorschriften bestehen. Lez.irres ist sogar die Natürliche, gewöhnliche und eben daherAuch die bessere Methode, ob sie gleich weniger schulge-rechr, weniger glänzend scheinen mag. Denn man seztnicht Uebel oder Unrecht voraus, wenn es nicht vorhan.den ist; man legt der Freyheit keine Fesseln an so langsie nicht mißbraucht wird, und nicht Nur ist eS unmög.lich alle Fälle und Bedürfnisse vorherzusehen, sondern in»dem man nur allmählig die Lehren der Erfahrung berük-sichtiger und bennzt: so werden auch nicht mehrere Gesezegemacht als man braucht und nur diejenigen deren Noth.wendigkeit sich allgemein fühlen läßt, die den Zeiten undMenschen am meisten angemessen sind. Auch prägen sichdergleichen Geseze besser dem Geiste der Bürger ein, siewerden ihnen zur Gewohnheit und daher auch viel frey.williger befolgt. Daß die Constitutivus. Geseze in Schriftverfasset seyen, ist zwar gut und gewöhnlich, aber nichtabsolut nothwendig; denn eine allmählig gebildete und all»gemein angenommene Praxis gilt auch für ein Gefez,und das wichtigste, das heiligste, waö am pünktlich,sten, am unverbrüchlichsten vollzogen wird, ist sogar nieund nirgends geschrieben, sondern durch Uebung undTradition von den Vatern auf die Kinder herabgekom-
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