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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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minderjährig, sie wird nicht alt und verjüngt sich nie.Daraus entsteht auf der einen Seite eine gewisse Stetig-keit und Gleichförmigkeit der Gefeze, der Maximen undGewohnheiten, welche sie anfänglich den wechselnden in-dividuellen Herrschaften oder den wandelbaren Grundsä-zen einzelner Menschen weit überlegen macht und auch imInneren die Stabilität aller Dinge, die ruhige Erhal-tung aller Privat- und Corporativus- Rechte sehr begün-siiget: aber aus der anderen Seite erfolget oft auch inunbedeutenden Formen, eine ermüdende Monotonie, einewiges Einerley; daher die Republiken denjenigen welchedie Veränderungen lieben und gern etwas Neues sehen,lange Weile machen. Wenn man die Sitten und Ge^wohnheiten, die Gebräuche und Mißbräuche, die Tugcn-den und Laster der Väter und Vorväter sehen will, wiesie vor Jahrhunderten bestanden haben, so kann man sienirgends treuer als in Republiken finden; alles Wechselsder Glüksumstkinde, alles Verkehrs mir äußeren Völkernungeachtet, bleiben davon stets noch sehr viele Spurenübrig; selbst der Sprachgebrauch wird weniger als an-derswo verändert; alles gemeinsame oder sociale ist be-harrlich das nemliche: nur die der Privat. Freyheit über-lassenen Handlungen wechseln nach Umständen und Hülfs-mitteln. Die Epochen der Verjüngung oder Erneuerung,welche in Monarchien, bey jedem Thronwechsel, alle Ge-müther mit Hoffnung erfüllt, die Abstellung von Mißbräu-chen , die Beförderung alles Gute» erwarten läßt undselbst die früheren Uebel leichter dulden lehrt, weil manihnen wenigstens ein mögliches Ende sieht, gehen den Re-publiken gänzlich ab; doch können sie, wie seiner Zeitgezeigt werden soll, theils durch die beschränkte Dauer derhöheren Stellen und Aemter, theils durch die periodische

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