fett/ und eben dieses wich auch von der ganzen Geschichtebestätiget.
Ein gerechtes und mildes Regiment ist ja doch denRepubliken in viel höherem Grade als den Einzelherrennothwendig, ja sogar zu ihrer Erhaltung unentbehrlich,und eS verdient dieser wichtige Saz, hier etwas näherbeleuchtet zu werden. Die kollektive Herrschaft ist- zwarauch mit Vortheilen verbunden, weil alles in der Welt-sich eompensirt; sie ist nie minderjährig, und wird nichtalt, sie macht selten Reuerungen, und fochert gewöhnlichwenig oder keine Auflagen; sie bat aber auf der anderenSeite ihre großen Nachtheile, die in der Natur der Dingeliegen, und eben deßwegen unvermeidlich sind. Unterdiesen Nachtheilen ist der wesentliche der, daß eine Re-publik, selbst bey dem gerechtesten und gütigsten Gebrauchihrer Macht niemals geeignet isi, die Liebe und Anhang,lichkeit ihrer Unterthanen so sehr an sich zu knüpfen, alswie ein glänzendes, über alle hervorragendes FürstlichesHauS, ober als der Besizcr eines Throns, der sich durchedle und angenehme persönliche Eigenschaften bekannt undbeliebt macht. Zwar sind die armieren und zahlreicherenClassen nicht ihre Feinde, und die Geschichte der neuerenZeiten hat bewiesen, daß dieselben ihrer republikanischenObrigkeit auch im Unglük und in Gefahren treu »nd an-hängig verblieben sind. Diese Classen- werden vom Ehr-geiz nicht geplaget, und ihr Bedürfniß läßt sie fühlen,daß sie stets einen Oberen haben müssen , und also dochnie die ersten seyn können; sie lieben daher, wie sie sichoft sehr naiv ausdrükten, mehr die rechtmäßigen als dieunrechtmäßigen, mehr die alten und bekannten als die-neuen Herren, mehr diejenigen die bereits vornehm, d. h.