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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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gang aüsgestorbner oder geschwächter Geschlechter mitneuen und würdigen Mitgliedern zu ersezen, doch so, daßder Zuwachs nicht übermäßig sey, und die alten Tradi-tionen stetS durch die früheren Bürger erhalten, und aufdie neu angekommenen fortgepsianzet werden. Gleichwie eineallzugroße Concurrenz zu Aemtern und Bedienungen jedeWahrscheinlichkeit des Erfolges benimmt, und daher denMuth der meisten niederschlägt, indem sich niemand aufso ungewisse Hoffnungen hin zu den Geschäften der Re-publik vorbereitet: so ist hingegen eine allzngeringe Aus-wahl eben so nachtheilig, und es würden sich oft fürmanche Stellen und Aemrer die tauglichen Subjekte nichtfinden. Wo das Fortkommen gar zu leicht ist, wo manohne Verdienst, ohne Nacheiferung zu den höchsten oderdoch zu den einträglichsten Aemtern gelangen kann, ja so-gar wegen dem Mangel an Bürgern gleichsam gelangenmuß: da fehlt auch der nöthige Sporn zu Entbehrungenund Anstrengungen; der Geist erschlafft, und man über-läßt fich nur der Trägheit, der Sorglosigkeit und demGenuß, wie die Erfahrung solches an so vielen, in ihrerZahl zu sehr geschwächten und durch keinen Zuwachs er-neuerten patrieischen Geschlechtern beweist. Dabey wirkteine solche gänzliche Schließung auch nachtheilig aus denCharakter, und veranlasset beynahe nothwendig einen ver^derblichen Stolz, welcher sodann die Mutter aller ande-ren Uebel wird. Dergleichen Bürger oder Patricier glau-ben sich oft zu sehr von anderen Menschen abgesondert,und von allen Pflichten gegen dieselben befreyt, da hin-gegen die successive Ergänzung aus dem Schooße der Un«lerrhanen oder Fremden sie doch bisweilen erinnert, daßsie mir denselben eines Gebeines und eines Fleisches sind,und die Scheidewand, welche auf verschiedenen GlükS-gütern beruht, nicht unübersteiglich ist.