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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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ehret im Gegentheil dadurch sich selbst, denn der Glanzihrer Großen fällt auf alle übrigen zurük, und diese lez-teren werden sowohl in ihren eigenen Augen, als im Ur-theil der Welt für desto mehr geachtet, je edler und aus-gezeichneter ihre Vorsteher sind. Wenn daher auch durchgewaltsame Ereignisse und herrschsüchtige Faktionen diesenatürliche Ordnung bisweilen gestört oder umgekehrt wird,so geht eS niemalen gut, und daurt nicht lang. Die ver-drängten mächtigeren Bürger lassen sich nicht von den ge-ringeren regieren, und haben den Anhang aller Stillenund Redlichen für sich, die nicht von Leidenschaften ge-blendet sind; die neu eingedrungrnen hingegen besizen we-der Ansehen noch Zutrauen, sie haben mit dem Haß dergestürzten Feinde, mit dem Neid von ihresgleichen selbstzu kämpfen; in beständigem Argwohn lebend, werden siezu tyrannischen Maßregeln gcnöthiget, müssen durch Pro-scriptione» und Confiökationen ihre Gegner zu schwächenoder zu vernichten, sich selbst aber mächtig zu machen su-chen, und entweder geht die Republik in solchem Kampfezu Grund, oder das gesunde Gefühl deö Volks kehrtbald wieder zur Ordnung der Natur zurük, und stellt die-jenigen an die Spize, die es ohnehin über sich zu sehengewöhnt ist.

Aber zwischen diesem natürlichen Patriciat und demwillkührlichen oder gesezlichen ist ein großer undwesentlicher Unterschied, gerade wie zwischen dem wah-

19) Siehe die Beyspiele davon B> I. S. 372. — Eben so merk-würdig und lehrreich sind diejenige» vo» Zürich nach der de-magogischen Verschwörung des Bürgermeisters Brun im vier-zehnten Jahrhundert, und von Freyburg im Jahre 1447. SieheMüllers Schw. Gesch. B. H. und B. IV. S. zoz-zzs.