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Schweizerischen freyen Städten und Ländern hingegenherrschte zwar <le facto auch ein sogenanntes Patriciar;aber es war nicht geftzlich, nicht willkiihrlich auf gewisseGeschlechter beschränkt, sondern durch den natürlichenLauf der Dinge entstanden. So sehr auch die neuere Un-wissenheit von Privilegien und Patriciern in den StädtenZürich, Bern, Luzern, Freyburg, Solothurn u. s. w.sprechen mochte: so kannte man in unserm Sprachgebrauchsogar diese Worte nicht; im Inneren der freyen Genos-senschaft gab es keine privilegirten Familien, alle Bürgerblieben gleich wählbar, die Möglichkeit des EmporsteigenSwar keinem benommen. Ueberhaupt saßen immer die er.sten, vordersten, berühmtesten Bürger in den Räthen; aberalte Geschlechter starben aus, und neue traten allmähligan ihren Plaz, einige blühten auf und andere verwelkten;bald hatte das nemliche Geschlecht viele, bald wenigeMitglieder, bald gar keines in der Regierung; und istkeine Regiments. Ergänzung je gewesen, wo nicht ein.zelne Geschlechter aus den Räthen gekommen, andere neueaber darein gelanget wären. 22 > Deßwegen ward auchdie Einigkeit unter den Bürgern nie bedeutend gestört,und wenn schon bey einzelnen Individuen, die der be.glükteren Classe am nächsten waren, sich eine gewisseMißgunst zeigen mochte, so ist doch dieses Gefühl nie inoffenbaren Haß und Feindseligkeiten auSgebrochen, weildemselben wenigstens keine Berlezung der Gerechtigkeitzum Grunde lag.
Wenn endlich schon bestimmt ist, aus wie vielen Mit-
22) Dergl. was birrübcr schon S. 240-243 bey anderer Gelegen-heit gesagt worden; ferner auch meinen Aufsaz: Was ißdie alte Ordnung? Der», 1314. 6 S. in 4®*