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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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Mttäuscht worden/ giebt es wenige; ihre Klagen verhal-len unter der allgemeinen Freude/ und sie werden balddarauf entweder mit anderweitigen Stelle»/ oder mitkünftigen Hoffnungen getröstet. Endlich wird auchdurch die periodische Ergänzung der Gemeingeist erfri-schet/ und neues Leben/ neue Thätigkeit in die Republikgebracht. Sie ist eine Epoche der Hoffnung/ der Er-neuerung und Verjüngung/ deren es in Republiken oh-nehin so wenige giebt; die/ gleich dem Thronwechsel inMonarchie»/ jedermann die Abstellung von Mißbräuchen,die Beförderung alles Gute» erwarten läßt/ und ebendadurch selbst vorhandene Mängel leichter ertragen lehrt/die reelle Unzufriedenheit mäßiget und beruhiget. Achtzigbis neunzig neu eintretende Mitglieder/ die ungefähr dendritten Theil der ganzen Versammlung ausmache»/ bil-den zwar keine besondere Partey/ und sind nicht in allenDingen einerley Meynung; aber sie bringen doch im All.gemeinen die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Zeitgenos.sen zur Sprache/ sie wollen durch irgend etwas ihreLiebe zum Guten/ ihren Eifer für das Vaterland bewei-sen/ durch jugendliche Verhältnisse unter einander mehrbekannt und befreundet/ theilen sie sich häufiger die Ideenmit/ und flößen sich wechselseitig Muth ein; vereint mit

Z8) Im alten Bern gab es besonders seit dem achtzehnten Jahr-hundert eine Menge ziemlich einträglicher und ruhiger, vor-her auch von großen RathSgliedern bekleideter Stellen, diegleichsam durch stillschweigenden Vertrag den sogenannt Un,glüklichen vorbehalten blieben, worunter man diejenigenverstand, welche, bey billigen und wahrscheinlichen Hoffnun-gen, dennoch in einer Regiment«-Ergänzung zurükgeblicbenwaren. ES fehlte ihnen beynahe nicht, daß sie bey der erstenoder zweyten Vacanz ein solches Amr erhielten, uttd dadurchwieder zufrieden gestellet wurden.

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