Dieses LooS in ungefähr gleichem Verhältniß die Freundeder verschiedenen Candidaten treffe, und wenn auch biS-weilen daö Gegentheil eintritt, wenn durch einige Be-günstigung des Zufalls, selbst eine ansehnliche Minoritäthier und da ein von ihr gewünschtes Mitglied'in dasRarhS. Collegium hineinbringt: so ist das Uebel ebennicht sehr groß; es trägt sogar zum inneren Frieden bey,und der Zurükbleibende tröstet sich mit dem Gedanken,die Balloten seyen ungünstig für ihn gefallen, seineFreunde hätten meist weiße Kugeln gezogen, und würdenein andermal glüklicher seyn. Wer endlich in den erstenVorwahlen unter vielen Vorgeschlagenen schon eine be-deutende relative Mehrheit der Stimmen für sich harrvon dem ist in der Regel zu vermuthen, er würde beyeiner geringeren Zahl von Candidaten auch die absoluteMajorität erhalten, und diese Präsumtion wird meisten-theilS durch die Erfahrung bestätiget, zumal demjenigen,der in der ersten Vorwahl relativ der stärkere gewesen,bey jeder nachfolgenden Wahl von Seite der hereingeru-fenen Mitglieder neue Stimmen zuwachsen, so daß er zu-lezt die absolute Mehrheit des ganzen Tribunals für sichhat. DaS sind die Gründe, mit denen man die Verle-.zung der strengen Gerechtigkeit zu entschuldigen pflegt,und in einem übrigens gesunden Zustand der Republikmehr oder weniger entschuldigen kann.
Sobald aber einst herrschsüchtige Faktionen oder auch«ur gewöhnliche Parteyungen entstehen, so sind auch dieJnkonveniente jener fehlerhaften Wahlformen auffallend,und; sie bewirken oft ein Resultat, das allgemeine Unzu-friedenheit erregt. Dieses leztere ist im Grund allemalder Fall, wenn jemand gewählt wird, von dem man