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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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Kömmt es endlich zum Abstimmen, so werden von demPräsidenten bald manche Vorschläge vergessen oder vcr-schlangen, so daß viele Mitglieder nicht einmal nach ih-rer Meynung votiren können; bald die zu entscheidendenFragen unrichtig gesezt, oder nicht in ihrer natürlichenOrdnung vorgetragen; bisweilen mehrere, die gesünder:werden sollten, mit einander cumulirt; oft sogar ganzeDekrete mit vielen verschiedenen Dispositionen in globozur Abstimmung gebracht, so daß man wider seinen Wil-len genöthiget wird, entweder das Gute mit dem Schlech-te» zu verwerfe», oder das Schlechte mit dem Gutenanzunehmen; manchmal wird unter mehreren coordinirleNMeynungen blos durch die relative Mehrheit entschieden,und in allen diesen Fällen ist der Beschluß nur das Pro-dukt der Minorität, oder eS bleibt wenigstens wahrschein-lich, daß er von der reellen Mehrheit nicht wäre gutge-heißen worden. In dem Gebrauch jener verschiedenenMittel bestehen die sogenannten FactionS- oder Präsiden-ten-Künste, durch welche es gar oft möglich wird, dirMajorität etwas anderes erkennen zu lassen, als was sieeigentlich gewollt hat. Alle Republiken liefern Beyspieledavon, und so selten ist die wahre republikanische Tu-gend , daß man sich oft sogar jener pflichtwidrigen Kunst-griffe als eines Beweises von Geschiklichkeit rühmt, wo-durch man dieses oder jenes dnrchgesezt habe, was sonstnie beschlossen worden wäre. Ihnen ist schwer vorzubeu-gen, daher man auch aus diesem Grund die Dekrete undBeschlüße kollektiver Regierungen nachsichtiger beurtheilensollte. Dergleichen Mißbrauche können, wie alle anderen,

geschehen, iß jedermann bekannt: eS giebt aber auch anderswoBeywicle.