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Johann Peters von Ludewig Einleitung zu dem deutschen Münzwesen mittlerer Zeiten / mit Anmerkungen herausgegeben von Johann Jakob Moser
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56 Cap.6. Von denen Ursachen

Herr, der keine Bergwerke, und mithin dieMünzen nicht eben so nöthig gehabt; sondernselbige entweder nur zur Behauptung seinerGerechtsamen, oder zur Prägung schlechterScheidemünzen gebraucht, billig scheuen müs-sen ; absonderlich da zur selbigen Zeit derSchlageschatz gar geringe war, und die in-nerliche Güte mit dem äußerlichen Werth fastganz übereinkommen müßen. Ja wenn ichbedenke, daß vordem zur Unterhaltung derMünzeyen besondere Einkünfte geordnet ge-wesen: so komme ich wol auf die Gedanken,daß man absonderlich denenjenigen, welchenicht rerncorii jure, wie die alten Herzoge;sondern aus bloßer Begnadigung des Kaysersdas Recht zu münzen erlaubet, gar keinenSchlageschatz zu gute kommen laßen

Und

(,r.) Diese letzter» Gedanken des Herrn Au-ctor6 dünken mich nicht gar gegründet.Dann mann denen Herzogen wäre erlaubetgewesen, den Schlageschatz an der Güte derMünze abzuziehen, denen andern aber nicht;so wäre nothwendig der ersternihr Geldge-ringer an dem Korn und Halt, oder dochan dem Schrot gewesen, als der letzterenihres; solches aber befindet sich nicht. Son-dern ich halte dafür, es wäre derHcrrAu-ctor beßer daran gewesen; wann er geglau-bt hatte, es wäre niemand erlaubet gewe-sen,