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Johann Peters von Ludewig Einleitung zu dem deutschen Münzwesen mittlerer Zeiten / mit Anmerkungen herausgegeben von Johann Jakob Moser
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das Geld abzubilden. z6z

denen falschen zu unterscheiden; welche Kunsteinem Münzgelehtten in griechischen und

römi»

neu vornehmsten Lineamenten erkennen. DieseArt einen Abdruck zu nehmen , gebrauchen ge-meiniglich die Juden im Verschicken, wenn sieeinem diese oder jene rare Münze verschaffe«sollen-

So aber alle Münzen und Medaillen sehrverschimmelt, nnd dadurch unkentlich geworden,muß man sie vorhcro entweder sechsten, oderdurch einen Goldschmied aussieden laßen. Sol-ches geschiehet nun auf folgende Art: Mannimt ein kupfern Geschirre, so inwendig reingescheuret, und nicht fettig ist, gießt dareinWaßer bis zur Helste, thut ein Theil klein ge-stoßenen Weinstein, und ein Theil gemein Salzdrein, setzt es auf Kohlen, und laßt es sieden.Alsdann glüet man die Münze, ober wie manes sonsien von Silber« und Kupserwerk aussie-ben will, aus, wirft es in das siedende Waßer,und laßt eS eine halbe Viertelstunde damit ko-chen , wäscht es ab in reinem Bruunenwaßcr,und trocknet es am Feuer, so ist es gut. Sol-le es aber nach dem ersten Aussieben noch nichtrecht weiß und gut seyn: so beschmieret man sel-bes mit calcinirkem Weinsteine, läßt es damitglüen, und siedet es nochmal, aber nur einekurze Zeit, und bis man fünfzig zählet -. s»wird es gewiß gut seyn. Anderer Mittel vo«der ersten und anderen Arbeit vorjetzo zu ge-schweige» : weil selbige entweder bekant ge-nug; als in Teig zu drücken, und in selbi-gen zerlaßenes Wachs zu gießen; oder zu cküh-sam; oder aber der Medaille sechsten schädlich,und also denen bisher erzählten billig nachzu-setzen find.