eines Philosophischen Bauers. ;97
halben Theil zusammengebracht hatte, obgleich er auchdamahls so viel machte als ein andrer Bauer in sei-nem Dorf. Er machte darüber die Anmerkung, manunterhalte insgemein allzuviel Vieh. Diese Anmerkungkäme mir bey dem ersten Anschein wunderlich vor, undich sahe ihn als einen eigensinnigen paradoxen Men-schen an, aber er löste das Räthsel zu meiner gänzli-chen Befriedigung auf. Bey vielem Viehe, sagte er, wirdman gezwungen, solches im Sommer si> viel als immermöglich ausser dem Stalle in den Weiden laufen zulasse«, dadurch geht der Mist für die Wirthschaft ver-! bohren, das Vieh findet auf schlechten Weiden nur ge-! ringe Nahrung und giebt daher nur wenig Milch, wennman den Mangel nicht mit frischem Gras, so in die! Krippe gemähet wird, ersetzt. Im Winter kan mansie nur schlecht füttern, welches die Ursach von aller-hand Krankheiten werden kan, und wegen Mangel desHeues wird mehrtheils ein großer Theil des Strohes, bey dem füttern verbraucht, dadurch wird die Materiedes Mists vermindert, und den Gütern also die zur^ Verbesserung unentbehrliche Düngung entzogen. Hierin-nen entdeckte ich eine der wichtigsten Ursachen von demVerfall des Feldbaues in unserm lieben Vaterland, wofast aller Orten mehr Vieh unterhalten wird als man
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