48o Die Wirthschaft
Meynungen 'mit dem Leben verwebt scheinen. Wenn eretwas gutes, oder einen neuen Vortheil entdeckt, ist erUngeduldig, bis er solches andern mittheilen kan, und ergiebt sich alsdenn alle Mühe, sie von dessen Güte zu über-zeugen , und ihre Vorurtheile zu bestreikn. Nirgendsist er vergnügter, als in Gesellschaften, wo von der Be-förderung des gemeinen Besten mit Eifer und Nach-druck geredet wird, da entdeckt er mit einer edlen Frey-müthgkeit seine Gedanken, und schreibt allen Ständenmit vielem Verstand die Pflichten vor, die er mit Bey-spielen aus der Haushaltungskunst erläutert. Er redetvon den Fehlern frey, doch ohne Bäurische Grobheit.
Alles dieses bringt ihm den Beyfall aller redlichen,die Einsichts genug haben, seinen Werth zu schätzen, zu-wege: Ich habe ihn in viele Gesellschaften geführt, dieich durch Erzchlüng seiner Reden und Handlungen nachseirier Bekandtschaft lüstern gemacht- und ich habe nie-mand gesehen, der nicht üm Ende mit Erstaunen seineWeisheit bewundert, und mir frey heraus gesagt, daßich durch meine Erzehlungen nur einen kleinen Gradder Hochachtung erweckt- die in dem ersten Umgangmit ihme auf das höchste gestiegen. Ich habe Leute mitder grösten Hochachtung ihn erheben gehört - die imAnfang mit einem geschärften Satyrischen Witz ihn
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