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Alēthinos kai prōtos poimēn : = Verus et primus pastor : feyerliche Danck-Rede des hochwürdigsten Ertz-Bischoffens von Gross-Novogrod, oder Neugard an dem Fluss Wolgowa in West-Russland zu Gott, und an seine versammelte Clerisey auf die Abtrohnung Peters des Dritten Czaars in Russland ... / gesprochen, und aus dem Griechischen in die deutsche Sprache übersetzt von Czsar-Jelim Ivanowiz
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M^OTT schuff die Welt zur Wohnung der Menschen ; und diesetheilten selbe unter sich. Ihre Erde- Messer legten sie in vierTheile in nachkommenden Zeiten. Sie nennten sie Asien, Europen,Affrica, und den spater erfundenen America. Die Zahl der Men-schen wuchs nach der Sündflutt erstaunlich an. Sie mußten ausein-ander gehen. Die Natur sechsten gab ihnen ein, unter sich Gemein-den- und endlich ganze Reiche zu entrichten., Sie versahen selbe mitbürgerlichen Gesetzen; die mächtigere von Gütern, und Ansehen brach-ten es endlich dahin, daß die Volcker sie als Könige, Herzogen,undFürsten erkennen mußten. GOtt gab ihnen auch den Gewalt hierzu,und den besseren, den zum Herrschen so nöthigen Fürstengeist. Zu wasEnde ? nicht so viel für sich, als für das ihnen anvertraute Volck zusorgen. Europa schimmert vor andern Welt, Vierteln an Reichen,und Herrschafften. Die Völcker darin sind meistens gesittet, undbetten Christum an- Wie herrlich soll denn der Fürstengeist inChristlichen Regenten zu finden seyn Solle Moscau nicht vor ande-ren solche zehlen, welche ihm zu Nutzen seiner Insassen vorstehen sol-len ?

Mächtiges Reich ! welches sich nicht nur in Europa, sondernauch in Asien lagert, wie nöthig hast du, daß deine Monarchen mitdem Fürsiengeist begabt seyen. Deine! Wohlfart soll ja ihre grosseGesamten allein an sich reisten; und deine Aufrechthaltung der eintzigeMerck ihres Fürsten - Auges seyn. Sie sollen ja wissen, daß dasGlück eines Reichs in vielen Dingen bestehe, aus welchen diese zweysicherlich eine der grösten sind, daß man die Freunde des Graacsvermehre, und die Feinde mindere. Ja liebste Bruder, hierinbeschäffttgrl sich der unverfälschte Fürsiengeist sonderlich; weil vieleFeinde einem Reich mißlich, viele Freunde nutzbar sind. Läßt unsvon Freunden reden. Sie verdienen eine eher« Meldung, als dieFeinde, die nur unsers letzten Andenckens würdig sind.

DaS Verbindniß mit Wohlmeinenden ist kein kleines Stückmenschlichen Vergnügens. Der Mensch ist ohnehin ein geseeligesThier. Er sucht seines gleichen; und wenn GOtt nur zween Men-

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