126 XXXI. Leben des Cardinals Portocarero.
Der Cardinal Portocarero hatte diese Sache mit Fleißalso eingefädelt, um sowohl die andern Partheyen desto siche,rer zu machen, als auch dem Grafen von Oropesa, der bis. !Herdas Haupt von der Bayerischen Parthey gewesen, denRuhm zu entziehen , daß er es so weit gebracht hatte. Alleinees wahrte nicht lange, so gieng dieser ganze Anschlag, mitdem Churprinzen zu Grabe, als derselbe den 6. Febr. i'6gy.zu Brüßel Todes verblichen. Es änderte sich dadurch dieganze Scene uno das Haus Oesterreich hätte seinen Vortheildaraus ziehen können, wenn es nicht mit dem allzu wachs«,wen und glücklichen Hause von Bourbon zu thun gehabt hatte.Der Französische Gesandte schlief dabey nicht, sondern faßtemit dem Grafen von Monterey in einer geheimen Zusam.menkunft zu Sarzuela solche Rathschläge, die für das HaußOesterreich nicht anders, als höchst gefährlich seyn konnten.
Der Cardinal sah die augenscheinliche Zergliederung derMonarchie als ein guter Spanier mit dem äussersten Ver.Druße an. Er kannte die Macht der Crone Frankreich, wel.che Spanien mit seinen Armeen bereits belagert hielt. Ihmfielen alle die Gründe wieder bey, die der Graf vpn Monre.rey angeführt, als er ihn zur Französischen Parthey ziehenwollen. Seine lieben Getreuen, Don Urraca und Villaroel,waren eben dahin gestimmt, und der auf der.Grube gehendePapst Innocenris XII. sprach selbst nach einer, mit den Car,dinalen Albani, Spada und Panciatici gehaltenen Congre.gation vermittelst eines Breve dem Herzoge von Anjou dieSpanische Monaschie zu. Hierzu kam der Französische Ge.sandte mit seiner süßen Lockstimme , der dem Cardinal ver.sprach, daß er nicht nur bey seinem hohen Posten und Anse.hen, worzu er sich damals erhoben sah, verbleiben , sondernihm auch alle Einkünfte der Monarchie von dem Tode desKönigs an, bis der neue König in Spanien anlangen wür.de, zugestanden werden sotten. Er konnte daher' der Versu.chung nicht langer widerstehen, sondern versprach, seine gan.ze Auctorität und alles, was ihm möglich wäre, anzuwenden,AM einen Französischen Prinzen auf den Spanischen Thronzn setzen.
Sobald