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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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128 XXXI. Leben des Cardinals Portocarero.

Cakholischen Religion seelig sterben wollten, müßten Sie sichentschließen, dergleichen Unheil abzuwenden ; solches aberkönnte nicht anders als durch Unterzeichnung eines Testamentsgeschehen, Kraft deßen der Enkel des Königs in Frankreich,Herzog Philipp von Anjöu , den Spanischen Thron besten .gen sollte; und dieser sey es, in dessen Person Spanien seinen ei-genen König finden, die Furcht der Europäischen Mächteaber wegen Vereinigung beyderKronen verschwinden, auch derKönig Ludwig selbst Spanien unzerrheilt zu erhalten sich be-mühen würde.

Der König nahm sich darüber Bedenkzeit und er wür-de sich schwerlich haben überreden lassen, die OesterreichischeParrhey zu verlassen, wenn ihm nur jemand die falschen Vor,siellungen Des Cardinals und anderer Minister hätte widerle-gen helfen. Da aber die Königin selbst durch ihre Favoritin,Die Krau von Berlepsch, bewogen worden,sich der Französi,schen Parthey nicht weiter zu widersetzen und daher der süßenHofnung, viele Vortheile dadurch zu erlangen, der Sacheihren Lauf ließ, war niemand mehr vorhanden, der den Kö-nig in seiner guten Meynung für das Haus Oesterreich un-terstützte. Hierzu kam, daß die Theologi und Juristen , dieauf Befehl des Königs diese Sache aufs. genaueste uurersu,chen sollten, es unter des Cardinals-Direktion thaten, da dennihr Gutachten völlig nach dem Willen dtesesvielvermögendcnPrälaten abgefaßt wurde. Der König sah sich demnachgezwungen, den 2. Oct. 1700. das Testament mit sichern-der Hand zu unterschreiben.

Sobald dieses geschehen war, siesprengte ihn der Cardinalmir Weyhwaffer und reichte ihm die so sehnlich verlangten-Sakramente. Er that zugleich eine starke Vermahnung anihn, daß er nimmehro nicht weiter an das Zeitliche gedenken,sondern versichert seyn solle, daß er nicht nur leiblich durchsFegfeuer kommen, sondern auch im Paradiese einen besondernRang kriegen würde, weil er sich über seine Unterthanen er-barmet und das ihnen bevorstehende Unglück abgewendet hät-te. Äls er au^'oes kranken Königs Zimmer heraus gieng,traf er den Französischen Gesandten in der Anki- Chambr e an,