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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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LZ2 Xxxv. Leben des Lardmals GrLmani.

gegangen. Er wußte, daß derselbe zu der obgedachten Brautdes Königs Caröli nach Mayland reifere. Da er nun leichte«rächten konnte, daß diese Reise ihm nicht allzu vortheilhaftigseyn würde, ließ er sogleich durch den Cardinal Paolucci ein >Schreiben an ihn nach Mayland ergehen, worinnen er ihnerinnerte, feiner Würde eingedenk zu seyn und nichts zum !Nachtheil des Apostolischen Stuhls zu reden, sondern viel«mehr zu erwegen, was für Beleidigungen man bißher demselbenzugefüget habe. Dieses gab dem Cardinal Grimani gute Ge-legenheit, dem Papste seine ganze bißherige Aufführung ineinem Schreiben vorzustellen und zugleich die Mittel vorzu-schlagen, wie er fich wiederum mit dem Kayserl. Hose in emvollkommenes Vernehmen sehen könnte. Alleine Clemens XI.achtete nicht darauf, sondern blieb bey seiner Gesinnung.Dieses bewog den Cardinal, sich nach seiner Rückkunft nachRom, welche den 22. Juri. geschah , verborgen zu halten.

Den 28. Iun. gieng er nach Neapolis ab, ohne weder vonSem Papste, noch denen Cardinälen Abschied zu nehmen.

Als er daselbst anlangte, wurde er mit einer dreyfachen ,Salve aus dem groben Geschütze von allen Castellen empfan«gen. Sobald der bisherige Vice -König , Graf von Baun,abgereiset, ließ er sich öffentlich sehen und nahm von,demAdel,Magistrat und allenCollegrisdie Glückwünschungen an. Erließ sich die Staats, und Kriegsgeschafte sehr ernstlich ange« ,legen seyn, schlug alle Geschenke aus, verschafte der Stadt jzulängliche Lebensrnittel, verbesserte das Policeywesen, halfvielen Mißbrauchen und Unordungen ah, gab alle Wochendreymal Audienz, und zwar Montags dem Adel, Mittwochsden Bürgern und Donnerstags dem Pöbel, verboth das De-gentkagen denen, bis nichk'von Adel waren , oder in öffentli-chen Aemtern stunden, und that alles, was von einem gutenRegenten erfordert wurde. Er gieng zum öftern des Nachtsin verstellter Kleidung aus, um zu erfahren wie das Volkgesitrnek sey und die Beamten ffch aufführten. Einsmals ver-suchte er Abends in fremder Kleidung eine Kiste mit Waarenohne Entrichtung des ordentlichen Zolls in die Stadt zu brin«gen, worüber ihn aber die Zollbedremefl gefangen nahmen, f«der, nachdem er jedweder» ein Stücke Geld gegeben, wieder

auf