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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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XI.. Leben des Cardinals Pallavicmi'. 167

thrrnng leistete, er sich schön zu rächen wissen würde. Es be-stund diese Schrift aus 27. Puncten, davon der erste den Gou-verneur Pallavicmi anbecraff, der von der Cardinalswürdeausgeschlossen, und aus dem ganzen Kirchenstaate verbannetwerdcr^ollen. Alleine derPapst hatte diesen Prälaten viel zulieb, alIdaß er ihm die langst zugedachte Cardmalswürde hätteversagen sollen. Weil nun dem Kayser ander Erhebung derbeyden Cardinäle Casoni und von Sachsen sehr viel gelegenwar, mußte derselbe sichs gefallen lassen, daß zugleich mttih,nen den 17. May 1706. der ihm äusserst verhaßte Pallavicmiden geistlichen Purpur erhielt. Er kriegte als anwesend so-gleich das Biret, und einige Tage daraufden Hur undPrie-sterntel von St. Agnes, mußte aber das Gouvernement derStadt Rom niederlegen.

Er führte hierauf ein so stilles und eingezogenes Leben,daß man nichts weiter von ihm zu schreiben hatte. Sein ho-hes Alter setzte ihn ausser Stand, sich in viele Intriguen zumischen, daher der Kayserl. Hof nicht Ursache hatte, sich wei-ter um ihn viel zu bekümmern»

Im May 1712. überfiel ihn mitten in seinen Verrich-tungen, nachdem er sich in seinem Gemüthe über einer ge-wissen Sache sehr beschäftiget hakte, plötzlich ein Schlagfluß,der ihn sogleich der Sprache, des Verstandes und des Ge-brauchs aller Sinnen beraubte. In solchem Zustande brachteer etliche Wochen zu, bis er endlich den Zc>. Iul. das Zeitli-che gesegnete, nachdem er sein Alter auf 8r. Jahre gebracht,dle Cardinalswürde aber Mir 6. Jahre bekleidet hatte.

Sein schönes Vermögen fiel an einen von seinen Vet-tern, an welchen er bey seinem Leben nicht viel gedacht hatte.Es war dieses der Marchese Modesius Pallavicmi, der auchdessen Lehngm Polefine im Herzogthum Parma kriegte, wel-ches der Cardinal bis an sein Ende besessen hatte. Aus sei-ne» Handlungen laßt sich schließen, daß er ziemlich unbedacht,fimr gewesen. Ware seine Geschicklichkett so groß, als seineEinbildung gewesen, würde ihm Niemand den Ruhm einestrefltchen Statisten haben absprechen können.

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