Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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xur. Lebcn des Cardinals Tommast. 17z

Theologie und Philosophie sehr weit. Er kam nach Rom indas Closter Sk. Sylvestri auf dem Monke Qvirlno, wo erdie Griechische und Hebräische Sprache lernte, auch vieleBücher schrieb, aber darinnen keinen Ruhm suchte, wie erdenn weder bey seinem Orden, noch bey dem ApostolischenStuhle einige Aemter annehmen wollte. Er schlug die Stel«len eines Examinatoris der Bischöffe und eines Mitglieds derCongregarion der Rikuum, so ihm von Innocenno XII. an»getragen wurden, aus, und ob er sich gleich zum Priesterweyhen ließ, wollte er doch keinen Beichtvater abgeben.

Er gieng selten aus, that es aber allemal mir gebeugtenHaupte. Er hatte nicht nur kein Geld, sondern verlangteauch keines, suchte stets die Einsamkeit und trug lauter alteschädigte Kleider. Er speiset« stets mit seinen Ordensbrudernund setzte sich gemeiniglich unten an, vermischte auch Speiseund Trank, so er zu sich nahm, mit Wermuth, so er stetsbey sich führte. Er schlief auf der bloftn Erde und brachteganze Tage mit Fasten, und ganze Nächte mit Beten zn.Hierbei) liebte er gleichwol die Gelehrsamkeit und war in derTheologie und Heil. Schrift sehr erfahren, predigte auch fastaSe Sonntage.

Es bewog dieses nicht nur die Akademie derer Areadier,daß sie ihn unter dem Namen Alcidami Aridii unter ihre Mit«glieder aufnahm, sondevn es zwang ihn auch Clemens XI.die Grelle eines Beysitzers des Heil. Officii und eines Mit«glieds der Congregationeu von den Kirchengebräuchen undIndulgentien anzunehmen; ja er creme ihn gar den i8.May 1712. zum Cardinal, welche Würde er aber durchausnicht annehmen wollte. Denn sobald er vernommen, daßman ihn zum Cardinal erheben wollte, retirmeer sich in seineKlostercelle und ließ den Papst ersuchen: Es möchten ihreHeiligkeit es nicht übel nehmen, wenn er die, ihm zugedachte,Cardinalswürde nicht annehme, weil die damit verknüpftestolze Aufführung und Magnificenz mir dem Privatleben einesOrdensmannes nicht übereinstimme. Er überschickte zugleichdem Papste ein Breve, welches er schon unter der RegierungIunscenttt XI. gusgrwürkt hatte, Kraft dessen er Erlaubniß

erlangt.