174 XU Leben des Cardmals Tommasi.
erlangt, alle hohen Ktrchenämker und Würden auszuschla«gen. Alleine der Papst kehrte sich nicht daran, soydern schick«re den gelehrten Cardinal Ferrari an ihn, der ihki zu Annes),mnng der Cardinalswürdr bereden mußte. Dieser hielt ihmsonderlich das Exempel des Papsts vor, welcher sich ebenfalsvon Ännehinung der höchsten Ktrchenwürde, obersichgleichsehr geweigert, nicht loßmachen können.
Dieses sonderbare Exempel und andere scheinbare Grün«de, die der Cardinal Ferrari vorbrachte, bewogen endlich denP. Tommasi, sich dem Willen des Papsts zu unterwerfen,worauf er sowohl das Birek, als auch einige Tage hernachden Cardinalshnt und den Priestem'kel St. Sylvestri und St.Martini ad Monres empfieng. Clemens XI. ernennte ihnzugleich zu einem Mitglieds der vornehmsten Congrcgationenund zog ihn als einen erfahrnen Gottesgelehrten in den wich«tigsten Dingen zu Rache.
Er änderte aber deshalben nichts in seiner bisherigenAufführung , sondern verharrte in seiner Demuth und streu,gen Art zu leben. Er blieb in seiner Kloster. Zelle und mie,rhete nur zum Schein einen Pallast unweit seiner Titular Kir,che, wollte auch nicht Ihre Eminenz heißen, die Jnsignia sei.ner hohen Wurde aber trug er mir großem Unwillen. DerPapst gab ihm eine jährliche Pension von iuvo. Scudi, da«mit er sich seiner neuen Würde gemäß erzeigen möchte. Al«leine er theilte solches Geld meistens unter die Armen aus.Ueber die Ueppigkeit des Römischen Volks bezeugte er eingroßes Mißfallen und lag dem Papste beständig an, er solltedieselbe durch einige Edicte einschränken; wie er ihm denn ei«neu Entwurf zu einer allgemeinen Verbesserung der Sittenüberreicht haben soll.
Er lebte nicht lange nach der empfangenen Cardinals«Würde, indem er den r. Jan. 171g. frühe vor Tage indem6Zsten Jahre seines Alters das Zeitliche gesegnete, nachdemer nicht viel über ein halb Jahr den geistlichen Purpur gekra«gen. Seine Krankheit sieng sich den 24. Dec. 1712. an und
bestund