Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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178 XU Leben Des Cardmals Negroni.

Den 2. Sepk. 1686. ward er zum Cardinal «Diaconodes Titels St. Cäsarei creirt, nachdem er bereits ein 75,jäh«riges Alter erreicht hatte. Er erhielt darauf das BißthumFaenza, welches der Cardinal Pignatelli, nachmaliger PapstInnocentius XII. niedergelegt hatte. Im Nov. 1687. warder Legate zu Bologna, welches Amr er bis 1690. mit solcherScharfe bekleidete, baß ihn der Pöbel deßhalben einen andernNero.nennte.

In den Jahren 1689. und 1691. wohnte er denen Con«clavibus bey, darinnen die Päpste Alexander VIII. und In«nocenrius XII. erwählet wurden. Er ließ in beyden eine ganzbesondere Aufführung blicken. Denn da-er auf die Handlun«gen der Cardinäle eine ungemeine Aufsicht hatte, und alles,was sie thaten, aüs das sorgfältigste anmerkte, wußte er die«se Nachrichten in den Conclaven darzu anzuwenden, daß erdie ansehnlichsten Cardinäle an ihrer Erhebung hinderte. Esbetraf dieses in dem letztem Conclave sonderlich die beyden Car,dinäle Alkieri und Delsino , so beyde vor Ausgang des vorngen Jahrhunderts gestorben sind. Der letztere hatte durchdie Intriguen des CardinaisChigi bereits alft Partheyen ge«Wonnen und schon so viele Stimmen erlangt, daß ganz Roman einem Abende glaubte, er würde den andern Morgen zumPapste ausgerufen werden. Alleine der Cardinal Negronigteng dieselbige Nacht durch alle CeÜen und hinterbrachte ei«nem reden das Maszagatto , wie ers nannte, nämlich alles,was er wider den Cardinal Delsino und dessen Nepoten an«gemerkt hakte. Hierdurch brachte er es so weit, daß dieZe«lauten, mit welchen es Negroni hielt, sogleich von dem Del«sino wieder abließen uns dargegen im folgenden Scrukiniodem ältern Cardinal Barbarigo zZ. Stimmen gaben.

Jedoch Negroni selbst durfte sich -keine Rechnung aufden Papstl. Stuhl machen. Denn durch fernen Geitz undstrenge Regierung, die er nicht nur als Legate zu Bologna,sondern auch vorher als Gouverneur zu Foßombrone beirre«sen, da er emsmals drey Banditen wider das ihnen gege«bene sichere Geleite aufhenken lassen, hatte er sich sowohl desganzen Volks als derer meisten Prälaten und Cardinäle Haß