XU Leben des Cardinals von Bouillon. 2OZ
Staats > SecretariuS Ferer gesetzt wurde. Es verlohr auchsein Bruder, der Herzog von Bouillon, um seinetwillen sei,ne Bedienungen, und es würde dem Cardinal nicht besser er«'gangen seyn, wenn ihm nicht der Widerspruch des KönigsIacobi n. von Engelland in diesem Stücke zu stakten gekom«men wäre.
Er suchte sich anfalle Art und Meise wieder bey demKö,rüge in Gnade zu setzen. Die beste Gelegenheit hiezu gab derTod Innocentii XI. der 1689. das Zeitliche geseegnere. Erreifste nach Rom ins Conclave und half die Wahl des Fran«zößsch«gesinnten Cardinals Ottoboni befördern. Als er da-her sich den 25. Nov. 1690. wieder bey Hofe einfand, wur«de er von dem Könige sehr gnädig empfangen. Er bestätigteihn in der Würbe eines Groß.Allmosenicrs, ertheilte ihmdie Abtey Tournus und nahm sein ganzes Haus wieder zuGnaden an. Als auch dasBißthum Lüttich 1694. abermals«erlediget wurde, recommendirre ihn der König dem Dom«Capitul aufs beste. Jedoch da es den 20. April zur Wahlkam, wurden der Churfürst Joseph Clemens von Cölln undder damalige Deutschmeister , Prinz Ludwig Anton von Pfalz«Neuburg, zugleich erwählt, der Cardinal von Bouillon abergänzlich Übergängen. Dieser prorestirte alsdenn wider beydeNeuerwählte und zugleich wider die von beyden bis zur Päpstl.Entscheidung beliebte Interims,Administration. Alleine ehediese erfolgte, starb der Deutschmeister, worauf der Cardinalvon Bouillon durchaus haben wollte, es sollte eine neue Wahlvorgenommen werden. Alleine der neue Papst InnocentinSXII. der 1691. ohne daß Bouillon dessen Eonclavi beywohn»te, erwählt wurde, bestätigte die bereits auf den Churfürstenvon Cölln gefallene Wahl, womit der ganze Streit ein Endehatte.
Im Jahre 1695. wäre er gerne Erzbischof zu Paris wor,den, er mußte aber für den Herrn von Noailles das Nach«sehen haben, und dargegen mit einem Canonicat zu Straß,bürg vorliebnehmen. Im Jahre 1697. reifste er nach Rom,um zugegen zu seyn, wenn das Decanat des Heil. Collegiiledig würde, darzn er als Cardinal »Bischof, welches er vor