XU Leben des Cardinals von Bouillon. 2OZ
mehr diese kurze und sehr nachdenkliche Antwort: Ihr wür-det viel klüger gethan haben, wenn ihr eure Reist fort-gesetzet Hättet; und ich werde es euch für einen großenUngehorsam auslegen, wenn ihr wieder nach Rom ge-het. Das ist meine Meinung.
Alleine der Cardinal ließ sich dadurch nicht hindern, wie«der nach Rom zurücke zu kehren, als er hörte, daß der Car,Mal Cibo in den letzten Zügen läge; doch schrieb er vorhernochmals an den König und entschuldigte sein Vornehmenmir der Erklärung, daß, sobald er von dem Dekanate Besitzgenommen hätte, er augenblicklich zu seiner Abtey abreisenwollte. Jedoch es gieng nicht, wie er dachte, ob er sich gleichznr Zeit des HintrittS des Cardinals Cibo zu Rom gegenwär«rig befand. Denn da der König von des Cardinals Rück«reise nach Rom eher benachrichtiget worden, als dessen Ent-schuldigungsschreiben bey Hofe angelangt war, harre der er.zürnte Monarche schon so nachdrückliche Vorstellungen beydem Papste wider die Errheilung des Dekanats thun lassen,daß weil er des Lasters der beleidigten Majestät schuldig wor«den, er würklich Bedenken trug, ihm diese Würde zu ertheilen.Endlich wurde zwar auf den 2ten Aug. ein Consistorium an«gesetzt; alleine die darzwisehen gekommene Unpäßlichkeit desPapsis hinderte, daß solches nicht vor sich gienge.
Immittelst langte ein neuer Befehl des Königs zu Roman, den der Fürst von Monaco den 17. Aug. dem Cardinaleinhändigen mußte, Kraft dessen er entweder binnen y. Ta-gen sich von Rom nach seinem angewiesenen Exilro begebenoder der Bedienung eines Großallmosemers samt der Commen«de des Heil. Geistordens verlustig seyn sollte. Der Cardinalschickte zwar abermals seinen Cammerdiencr mit einen sehrbeweglichen Schreiben an den König, derselbe aber brachtesolches »»eröffnet wieder zurücke. Der Fürst von Monacomußte darauf ästen Französischen Prälaten, Vasallen undOrdensleuten zuRom andeuten, bey Vermeidung der Königl.Ungnade nicht die geringste Gemeinschaft mit dem Cardinalvon Bouillon zu haben. Selbst die Jesuiten, in deren No«Hiciar, Hause er sein Quartier genommen, gaben ihm zu ver-stehen,