XU Leben des Cardmals von Bouillon. 207
Savoyen zu gehen und allda sein Schicksal abzuwarten. Al«leine da er zu Meyland anlangte, wurde er durch eine Staf-felte erinnert, sich in allen Stücken dem Willen des Königszu unterwerfen und den angewiesenen Ort seines Exilii nichtauszuschlagen, worauf er sich in seiner Abtey zu Clugny ein-fand.
Hier mußte er seine Zeit nicht anders als ein Gefangenerzubringen. Es verfloß ein Jahr nach dem andern, ohne daßan seine Begnadigung gedacht wurde. Seine Feinde suchtenihn immer mehr anzuschwärzen. Die Hauptperson, die sei-nen Fall befördert, war unstreitig die Frau von Maimenon,welche sich der König heimlich antrauen lassen. Dieses Ge,heimniß sollte der Cardinal von Bouillon der Herzogin vonBourgogne, die es nicht wissen sollte, entdeckt haben. Hier«zu kam das gute Vernehmen, das er mit dem Erzbischof vonCambray, Francisco von Fenelon, unterhielt, der bey dergedachten Frau von Maimenon ebenfalls nicht wohl ange.schrieben war und des Quietismi beschuldiget wurde, weßhal«ben seine Schriften zu Rom einer scharfen Censur unterwor-fen wurden.
Im Jahre 1706. gab er eine Schrift heraus, darinnener seine Aufführung rechtfertigte. Er erhielt hierauf vondem Könige Erlaubniß, sich im Reiche aufzuhalten» wo erwollte, nur sollte er sich zo. Französische Meilen von derStadt Paris entferne halten. Er erhub sich darauf nach Di«jon und von dar nach einigen andern Orten, bis er endlich1709. seinen Aufenthalt zu Orleans nahm. Alleine es wollteihm allhier auch nicht gefallen , daher er den g. März 1710.an den StaakSsecretair, Marquis von Torcy schrieb, undsich die Erlaubnißausbat, seinen Aufenthalt zuRouen zuneh-men, welches ihm auch verstattet wurde.
Sein Absehen hierbey war aufdie Flucht aus Frankreichgerichtet. Sobald er daher die Abtey Gt. Riquier bey Abbe- ^vtlle erreicht hatte, trat er den 19. May von dar seine Fluchtan und wandle sich nach ArraS. Er mußte eine Nacht nn-rerwegenö zu Aveöne ie Eomte bleiben, von dar er mit dem
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