I.V. Leben des Cardinals Grimaldi. 227
Das letztere gab er sonderlich im Jahre 1710. zuerkennen,da er in der Congregarion der Rituum über die verwittwe«Königin von Pohlen Klage sühne, daß sie,ohngeachtek,ermikseiner Carosse vor ihr stille halten lassen, bey ihm vorbey ge,fahren wäre, ohne ihm das geringste Compliment zu machen.Er brachte es dahin, daß der Königin zu wissen gethan wunde, daß, wenn sie künftig einem Cardinal begegnen würde,solcher mit seiner Kutsche nicht mehr stillehalten, vielwenigerumkehren, sondern mit Ablegung eines Grußes, jedoch ohnedie Mütze abzunehmen, vorbey fahren sollte.
Im Jahre 1716. nahm er den Priester-Titel St. Mak,thäi in Merulana an, lebte aber nicht lange darauf mehr,sondern starb den 25. Oct. 1717. zu Rom im 7gsten Jahreseines Alters, nachdem er 11. Jahre die Cardinals - Würde be-kleidet hatte. In seinem Testamente hat er verordnet, daß dievier Orden der Augustiner, Carmeltter, Dominicaner undFranciscaner 20000. Seelmessen für ihn lesen sollten.
Er war ein geschickter Prälake, der aber aus Liebe zurGemächlichkeit sich nicht gerne mit allzuvielen Geschäften be,schwer«, doch erwieß er sich in seinen Handlungen sehr hi,tzig und gab bey aller Gelegenheit ein ehrgeiziges Gemüthe zuerkennen.
I.VI.
Emanuel von Ariaö,
ein Spanier.
geb. i6Z3. Card. 171g. L 1717.
/»Dieser große Staatsmann wurde aus einem vornehmen^ ) Geschlechte zu Aläxos in der Diöces von Valladolidin Alt-Castilien im Rov. 1638- zur Welt gebohren.Sein Vater hieß Gomez de Ariaö und die Mutter Catharinairres, so beyde von alten und ächten Adel waren. Der
Vater insonderheit stammte aus dem Hause der Grafen vonPnqnonrostro her. Unser Don Manuel hatte von Jugendauf Lust zu den gelehrten Wissenschaften, darinnen er auch
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guten