252 l.xvi. Leben des Cardinals Casoni.
Im Jahre 172c». ward er auf dieses Jahr znm Cämme»rer des Heil. Colkegit erwählet, er konnte aber diesem Amtenicht lange vorstehen, weil er kurz darauf das Zeitliche geseg»nete, nachdem er fein Alter auf70.Jahre gebracht und 8. Jahredie CardinalSwürbe bekleidet hatte.
Man weiß von fernen Eigenschaften nichts zu berichten.Allem Ansehen nach ist fein Talent so beschaffen gewesen, daßman sich nicht verwundern darf, wenn er damit nicht viel ge»wuchert hat.
I.XVI.
Laurerttilis Lasonh
ein Neapolitaner.
geb. 1645. Card. 1706. f. 1720.
^d»r war aus der Neapolitanischen Stadt Sarzana gebürtig^ und hatte Nicolaum Casoni, Grafen von Vrllanova,zum Vater, die Donna Elisabeth Petriciola aber, dieihn den27.Sepr. 1645. zurWelt gebracht, znr Mutter. Erwurde von Jugend auf zu Erlernung der gekehrten Wissen» !schaffen angeführet und deßhalben im 14km Jahre seines Al<rers nach Rom geschickt, wo er den 9. Rov? 16^9. den Je» ^fniten im Collegio Romano anvertrauet wurde, die ihn in derRhetorik, Philosophie und Theologie unterrichteten. Als erdas Collegium verließ, ward er seinem Vetter, demPrälasenAugusttno Favorirt, zur Aufsicht anvertrauet. Wegen Kränk»lichkeir mußte er auf Rath derAerzte sich nach Hause begeben,wo er bis 1672. blieb, da er nach Rom zurücke kehrte.
Unter dem Herrn Favortki setzte erseinen Fleiß in Erler»«ung der Rechte fort und kam durch denselbenin die Bekannt»fchafr Jnnocenm XI. der ihn dem außerordentlichen NuncioBevilaque, welcher anf den Friedenskongreß nach Nmiägengeschickt wurde,zuordnete,mit welchem er imJunio i677.daselbstanlangte. Er blieb nach des Herrn Bevilaque Rückkehr nocheinige Zeit zu Nimägen und machte sich bey allen Gesandten