264 LXVI. Leben des Cardinals Sasom.
vorhabende Promotion so lange aufgeschoben, bis er in Anst,hung vtefts Pralalrns bey dem Könige feinen Endzweck erreu.'ichek'hätte. ' " -
Jedoch es mag dieses die wahre Ursache von dem Ver»zug der Promotion gewesen seyn oder mehr, so erfolgte sie ,doch nicht eher als den 17. May 1706. dabey sich denn auchder Herr Casoni befand. Er empfieng sogleich nebst vielenandern aus desPapsts Händen das Birer, und nicht langedarauf den Hur und Priestertitel Gt. Bernhardt ad Thermas,wobey er ein Mitglied von verschiedenen wichtigen Congrega,rioneN wurde^
Im Jahre 1707. wurde er als Legate nach Ferrara ge,schickt, um den Cardinal Astallt abzulösen. Es geichah gleichzu der Zeit, da die schweren Knegsirrungen mit dem Kayserihren Anfang nahmen. Denn nachdem sich der Papst denAbsichten des KayserS in allen Stücken widersetzt hatte, ließdieser endlich im May 1708- 8- bis 12000, Mann bey Stelllara in das Herzogthum Ferrara entrücken. Sie bemächtig«een sich sogleich verschiedener Oerrer und näherten sich derHauptstadt. Der Cardinal schickte alsbald einen Courier nachRom und bar um guten Rarh und Hülfe. Der Courierbrachte den Befehl zurücke, daß er sich aller mögliche»Behutsamkeit bedienen, auch, daferne es nöthig wäre, die ^Häuser und Bäume, foum dasCastell stünden, abreißen undumhauen lassen, übrigens aber die Kayserlichen ja nicht ev, ibittern , noch sonst einige Feindseligkeiten gegen sie ausüben,sondern so viel möglich, dieselben bey dem Guten zu erhaltenfiichen sollte, bis man sich in den Stand gesetzt häkle, Gewaltmir Gewalt zu vertreiben. !
Er lebte diesem Befehle aufs genaueste nach. Mit derregulairen Miiitz retirirte er sich zwar aus der Stadt in dosEastell, ließ aber einen grossen Verrath von Proviant, Holzund Munition herbey schaffen und dreGkadt mit zulänglicherMannschaft besetzen. Die Kayserlichen bemächtigten sich >mreffen der Städte und Oerrer Commachio, Lago, Argem»,Eevale und Magnavacca, sienzen auch an, den ersten O"