Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
JPEG-Download
 

LXVl. Leben des Cardinals Casoni. 265

mit aller Macht zu befestigen. Zu Anfange des Iunti langteein neuer Befehl aus Rom an, Kraft dessen er sich im Falleeiner Belagerung bis aufs äusserste wehren sollte. Diesem zuFolge ließ er die Hohe bey St. Georgio abtragen , die Be,fatzung im Fort Urbano durch 200. Grenadiers verstärken,800. Mann nebst einiger Artillerie nach Cenw und Foc). Mannnach Monragnuola abgehen, die ganze Sradr Ferrara aber inden besten Verrheidigungsstand setzen.

Jedoch da man am gewissesten glaubte, daß die Feiudfe.ligkeiten vor Ferrara ihren Anfang nehmen würden, fand sichden 6. Jul. der Kayferk. Generalcommissanus in Italien,Marquis von Prie, mir einigen Friedensvorschlägen in demKayserlichen Lager ein. Der Cardinal schickte ihm alsbaldallerhand herrliche Erfrischungen zu, fand sich auch hernachselbst bey ihm ein und unkerredete sich-mit ihm über die gegen»markigen Angelegenheiten. Der Marquis thatallerhand Vor»schlüge zu einem Vergleiche und bezeugte, daß der Kaysernicht gesonnen sey, Ge. Heiligkeit zu bekriegen, sondern ersuche nur seine und des ReichS Gerechtsame und Lehen inSi»cherheir zu setzen. Er ließ darauf dem Cardinal eine Schriftvorlesen, darinnen dargerhan wurde, daß alle ItaliänischeLande Reichslehen wären. Alleine da dieser weder etwas davonsehen noch hören wollte/ wurden die Confereuzen abgebrochen.

Indessen ließ der Cardinal die Päpstlichen Völker gegendie Kayserlichen allerhand Feindseligkeiten ausüben. Er be»richtete im Gepr. selbst nach Rom, daß seine Trouppen Ar»genra und Mesola eingenommen, und die daselbst gestandeneniZo. Man» zu Kriegsgefangenen gemacht hätten, ingletchcndaß die im Lager bey Sr. Martin gestandenen Kayseri. Troup»pen von den bewafneten Bauern übermannet und mit Ver,bist zurücke zerrieben worden. Jedoch das Blatt wendete si chgar bald, aks die unter dem General Bonnevak im Ferrari»schen bisher gestandenen Trouppen durch den Grafen vonBaun, der mit einem Eorpo aus Piemonr anlangte, ver»stärker wurden. Sie trieben darauf im Ort. die Päpstlichenaus allen ihren Posten und schlössen die Stadt Ferrara so engeM, daß sie nicht die geringste Commnnication Mit einem an.

R 5 dem