268 MVII. Leben des Cardinals Astalli.
I.XVII.
Fulvius Astalli,
ein Römer,
geb. i6z§. Card. 1686. 1721-
war aus einem edlen Römischen Geschlechte entsprossen,das mir den vornehmsten in der Stadt Rom verwandtist, und wurde den 29. 3 all 165z. zur Welt gebohren.Gern Vater war der Marchefe Tiberius Astalli, die Mutteraber hieß Victoria Maitdachini. Er studirte bey den Iesunlen in dem Eollegio Romano und übte sich fleißig in der Phbtosophte , Theologie und Junspruderrz. Sein Vetter, Cle«mens X- machte ihn jung znm Prälaten und nahm ihn unterdie Cammer.Clerlcos aüf, wobey er die Aufsicht über dieArchive erhielt. '
Jedoch es wahrte nicht lange, so entzog ihm nicht nur die.fer Papst auf Anstiften der Feinde des alten Cardinals Astalli,Der bey ihm in Ungnade gefallen war, feine Bedienung, son»Dern verbannte ihn auch aus Rom. Alleine Jnnocenkins XI-wollte nach Antritt feiner Regierung das Unrecht , so dieserFamilie wtederfahren, abthun , mid das, was geschehen, wie«der gut machen , daher gab er unserm Astalli nicht nur dasCammer.Clericat wieder , sondern entschloß sich auch, thuzur CardinalSwürde zu befördern. Es verzog sich aber lange,ehe das letztere erfolgte. Endlich empfahl thu der CardinalLucca, der mir dem Hause Astalli verwandt und ein Päpstesicher Liebling war, dem Papste mit solchem Nachdruck, daßihn derselbe erstlich zum Kriegscommistario in dem ganze»Kirchenstaat und hernach den 2. Scpt. r6Z6. zück Cardinalerhub, wobey er den Diaconen « Titel Gt. Georgii aä veliunsureum empsteng, den er nachgehends Mit andern Titelnvertauscht hat. Er hielt sich darauf beständig zu Rom auf,wohnte den Congregasionen bey, von welchen er ein Mit»glied war, und ließ jederzeit viel Klugheit spüren, hütete stck
auch sorgfältig vor allen Verbindungen mit auswärtigen Ho»
ftn,