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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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270 I.XVII. Leben des Cardinals Astalli.

länglichen Raum sich auszubreiten hatte, rückte er mit einemguten Theile der Armee in das Ferrarifche ein. Er erhieltvon dem Papste Befehl, so viel Trouppen, als möglich, zu.sammen zu ziehen und die fremden Trouppen zu zwingen, dasLand wieder zu verlassen.

Jedoch man wurde die fremden Gaste loß, ehe man sichsversah, blieb aber in der Furcht, dieselben bald wieder zukriegen; wie denn die Kayferlichen im folgenden Jahre in.ständig um die Winterquartiere anhielten, die ihnen aber derPapst stets verweigerte und Mehr nicht, als die Ueberlassunzder Fourage gegen baare Bezahlung verstattete. Der Car,dinal bewieß Hiebey als Legate zu Abwendung dessen, was derPapstl. Neutralität und dem Besten des Heil. Stuhls zuwi.der geschehen konnte, eine solche Wachsamkeit und Schärfe,daß er sich dadurch bey verschiedenen vornehmen Häusern, dieder Oesterreichischen Parcheh zugethan waren , nicht wenigHaß und Feindschaft zuzo'g. Unter andern empfand derGraf Hercolant desselben Schärfe, da er ihn als einen An«Hänger der Kayserl. Parthey aufs äußerste verfolgte, auchbey dem Papste in die höchste Ungnade brachte, weil er ihnim Verdachte hielt, als ob er in dem Herzogthum Ferrarazum Dienst des Kayfers einige Trouppen angeworben hätte.

Der Kayser warf dieserwegen eine große Ungnade aufden Cardinal Astalli; und solche ward nicht wenig vermehrt,als derselbe 1704. alles beytragen half, daß die Kayferlichenunter dem Grafen von Leiningen aus dem Ferrarischen, wor.ein sie sich aus dringender Noth retiriren müßen, zu weichenund dargegen den Franzosen unter dem Groß, Prior vonVendome Platz zu machen, gezwungen worden. Der Papstselbst wußte sich gegen den Kayser nicht besser zu entschuldngen, als daß er vorgab , es sey ohne feinen Befehl gesche«hen; man habe daher Niemanden als dem Cardinal Astalliund dem Päpstl. General Paolucci die Schuld beyznmessen.Ob nun gleich der Cardinal zu Rettung seiner Ehre und Be»zeugung seiner Unschuld die empfangenenPäpstl. Befehle zumDruck beförderte, so konnte er doch nicht gänzlich von sichablehnen, daß er nicht den Franzosen in selbiger Gegend