272 I.XW. Leben des Cardmals Wallt.
sie zu solchem war eigentlich der Cardinal Orsini, der auchdeswegen sich. herests vonMenevent, wo er Erzbtschof war,Nach Rom auf den Weg begesen hatte. Alleine der Papst ließdemselben , ehe er noch würklich zü Rom anlangte, von derBulla Panli IV. Nachricht geben, welche erfordert, daß der«jenige, der die Stelle eines, Decant verlange,, sich würklichzu der Zeit, wenn diese Stelle vacaut wird, in dem KrrcheiuStaaie aufhalten müsse. Solchergestalt, trug der CardinalAstalli das Decanar davon und laß in solcher Qualität an demgrünen Donnerstage dieses Jahrs zum erstenmale die. Messe.Den 26. April ward er von dem Papste in einem geheimenConsistorio den CardinLlen als DecanuS vorgestellt.
Jedoch er hat diese ansehnliche Würde gar kurze Zeit be. !kleidet. Denn zu Anfang des leisten Jahrs brach ihm dereine Schenkel auf, worauf sich in der Brust einige Beklem» >mung äusserte, die aber von den Aerzten nicht sonderlich ge« !achter wurde, Den iZ. Jan. befiel ihn ein besonderer Zufall,dadurch er Hören und Sehen, ja alle Empfindung verlohr.In diesem Zustande brachte er bis in die Nacht zu, da er sei«sten Geist aufgab, nachdem er sein Alter auf 66. Jahre,gebracht,hie Cardinais » Würde gh'er bis ins ZZste Jahr bekleidet hatte.Sem CörperIvurde Vers, 17. Jan. zu den Franciscanern all' ^ara celi, und älsöenn in da^ Erbbegräbniß seines Hauses ge»kracht, nachdem ihrn die Kardinäle die gewöhnlichen Exeqnien ;gehalten. Sein Vetter, der Marchese Astalli, ward Erbesowohl vonssejner Verlassenschafk , als auch von seinen Schirl«den. Maü'här von ihch geutthcilt, daß er zwar ein großerPatron der Gelehrten und Beförderer der. Wissenschafttiuselbst aber eb'kn kein großer Gelehrter, obwohl ein guter Staats»und Hofmann, gewesen.' / ...
r.xvm.