!5
Von Poeten.
da es so gar in eine gewisse Entzückung, undmeine heilige Begeisterung gerieth: Sosoll-te auch der Lerb> an der heiligen Freude derSeele, durch gewaltsame, aber doch nachRegeln abgemessene Bewegungen, Theilnehmen, damit der ganze Mensch die Gott-heit preisen und verehren möchte. Dießwar der Anfang der Musik, der Tänze, und! der Dichtkunst.
Welcher Mensch, der nur einen guten! Geschmack hat, wenn er auch gegen die hei-ligen Bücher nicht mit der vollkommenstenEhrfurcht eingenommen seyn sollte, und derdie Gesänge des Moses nur-mit eben den, Augen liest, mit welchen man PindarsOden zu lesen pflegt, wird sich nicht gezwuns! gen sehen, zu bekennen, daß eben der Mo-' ses, welchen wir für den ersten Geschrcht-j schrei ber, und für den ersten Gesetzgeber derI Welt halten, auch zugleich der erste und er-habenste unter allen Dichtern sey? In sei-nen Schriften zeigt sich die kaum entstandneDichtkunst auf einmahl vollkommen, weilihm GOtt selbst dieselbe eingab, und weildie Nothwendigkeit, nur nach und nach zuder Vollkommenheit zu gelangen, nur beydenen Künsten unvermeidlich ist, welche vonMenschen erfunden worden. Die Prophe-ten und die Psalmen zeigen uns eben der-lei-